Crowdfunding für unseren neuen Soli-Sampler: Lucha Amada 3 – A Luta Continua

a luta continua

wir haben soeben mit dem Crowdfunding zu unserem neuen Sampler „Lucha Amada 3 – A Luta Continua“ begonnen:

https://www.startnext.com/luchaamada3alutacontinua

Ihr könnt uns unterstützen,

- indem ihr dort unseren neuen Sampler vorbestellt (oder ein paar andere zusätzliche Dankeschöns bestellt)

- indem ihr den link zu der Crowdfunding-Aktion fleissig weiterleitet, per mail, facebook, twitter, instagram, Signal, Brieftaube (..) oder es einfach euren Freund*innen erzählt

WAS?
Zum 20. Geburtstag von Lucha Amada stellen wir einen ganz besonderen Soli-Sampler zusammen. Dafür brauchen wir eure Unterstützung. Diese Compilation ist der dritte Teil unserer Lucha Amada Sampler-Reihe und heisst dementsprechend „Lucha Amada 3 – A Luta Continua“. Die Erlöse spenden wir je zur Hälfte an die Zapatist@s in Chiapas, Mexico und an JINWAR, einem feministischen Projekt im Herzen von Rojava in West Kurdistan/Nord-Syrien.

Wie bei unseren bisherigen Soli-Samplern wird es wieder eine bunte Zusammenstellung mit Songs von 46 Bands & Artists, es wird unveröffentlichte Songs neben aktuellen Hits und einigen weiteren Überraschungen geben.

Den Sampler wird es in drei verschiedenen Formaten geben: als Triple (3er)-CD im gewohnten schicken Buchformat, als wahnsinniges 4-LP Set und digital als mp3s über Bandcamp.
Bei den beiden phsyischen Versionen (CD/LP) wird es wie immer ein schickes, buntes Booklet geben, mit Infos zu den Bands und den politischen Projekten, die wir mit dem Sampler unterstützen wollen!

Wie “Lucha Amada – Musica Rebelde” und “Lucha Amada 2 – love music. Hate fascism” erscheint auch dieser dritte Teil wieder auf dem sympathischen kleinen Label JumpUp aus Bremen.
Die Produktion dieses Wahnsinns-Projektes kostet mehr als 13.000€, welches wir als unkommerzielles Projekt nicht haben – dazu brauchen wir euch! Also sichert euch euer Album schon vorab und helft uns, das Ganze zu produzieren.

Die Crowdfunding-Aktion gibt es übrigens auch auf englisch: https://www.startnext.com/en/luchaamada3alutacontinua

Danke euch!!!
Lucha Amada

Potse muss bleiben

potse
Kundgebung gegen die Räumung der Potse
Mittwoch 19.5. ab 6Uhr, Potsdamer Strasse, nördl. vom Kleistpark.
mit Lucha Amada Musica & Redebeiträgen.
Nördlich und östlich der Potse gibt es auch noch Kundgebungen.

Am 19.05.2021 um 8 Uhr morgens soll die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse vollzogen werden. Nachdem am 14.09.2020 endgültig das Räumungsurteil gegen den Potse e.V. beschlossen wurde, haben wir nun einen Termin bekommen. Damit soll eines der ältesten Jugendzentren Berlins geräumt werden. Das ist das Ergebnis einer komplett fehlgeschlagenen Jugendpolitik und ein Armutszeugnis für Rot-Rot-Grün.
Gegen den Ausverkauf der Stadt

Neue ila

Die ila Nr 445 ist erschienen, diesmal wieder mit einem Musikschwerpunkt: Baile Funk.
ila 445
Aus dem Editorial:
Nichts liegt im Moment ferner, als über euphorische Tanzpartys nachzudenken, auf denen sich Tausende von Menschen dröhnenden Bässen hingeben, wo sie schwitzen, sich aneinander reiben, in waghalsigen Choreographien zu überbieten versuchen, flirten, sich berauschen und den Alltag ausschalten. Allein die Vorstellung davon ist nach über einem Jahr Pandemie Eskapismus pur. Aber wir haben die Challenge angenommen, einen Schwerpunkt über DIE brasilianische Partykultur schlechthin zu erstellen: Baile Funk. Oder einfach nur Funk, wie der Stil in seiner Heimat genannt wird. Oder Funk Carioca, denn ursprünglich ist die Musik und mit ihr eine ganze Kultur – Ästhetik, Mode, Tanzschritte – in den 1980er Jahren in Rio de Janeiro entstanden. Gut 40 Jahre später ist Funk eine feste Größe in Brasilien, kultur-industrielle Akteure rund um das Genre generieren hohe Umsätze. Wer hätte gedacht, dass dieser Sound, im Elend der Peripherie entstanden und anfangs ganz ohne Musikindustrie im Rücken, einmal so weit käme?

Heute werden in ganz Brasilien Funk-Songs produziert, der Sound ist allgegenwärtig: am Strand, in Werbespots, im Fernsehen, Radio und Internet. Gerade YouTube hat dem Genre einen wahnsinnigen Popularitäts- und Innovationsschub verliehen. Mittlerweile gibt es Funk-Tracks mit über einer Milliarde Klicks.

„Als ich Baile Funk das erste Mal hörte, klang das für mich wie ein lustiger, basslastiger Samba-Remix alter Kraftwerk-Tracks“, erinnert sich der Berliner DJ und Producer Daniel Haaksman. Der Sound haute ihn dermaßen aus den Schuhen, dass er nach Brasilien reiste, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis seiner Entdeckungstour, der erste internationale Sampler mit Baile-Funk-Tracks, trug entscheidend dazu bei, Baile Funk außerhalb Brasiliens bekannt zu machen. Gut, dass Haaksman damals nicht verstand, worum es in den meisten Songs ging. Im Nachhinein gibt er eine Menge „kulturelle Missverständnisse“ zu, die jedoch produktiv genutzt worden seien.

Anlass für Vorbehalte gegenüber Funk gibt es zuhauf. Viele Songtexte spiegeln unverblümt die harte – und auch klischeebehaftete – Realität in der Favela wider: Drogenkriminalität und Polizeigewalt, sexistische Klischees, toxische, materialistische Paarbeziehungen, Objektifizierung von Frauen, Prahlerei mit Luxusgütern. Und in vielen Funk-Videoclips kann man sich vor den allgegenwärtigen supergeilen Partys mit ausnahmslos schönen Menschen am Swimmingpool kaum retten. Wer genauer hinschaut und hinhört, sieht jedoch die Brüche, die Ironie und die Doppeldeutigkeiten, derer sich viele Funkeirxs bedienen. Und mittlerweile auch ganz schön viele stolz präsentierte Körper, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen.

Lange Jahre wurde auf Funk herabgesehen. Im zutiefst rassistischen und klassistischen Brasilien konnte eine Kultur, die aus der Favela kommt und überwiegend von Schwarzen produziert und konsumiert wird, nicht ernstgenommen, geschweige denn gewürdigt werden. Medien verhöhnten Funk-Sängerinnen als „stillos“, MCs und DJs sind mit Drogengangs in einen Sack gesteckt worden, mit der Folge, dass einige von ihnen sogar im Gefängnis landeten. Egal, welcher gesellschaftliche Missstand – Teenagerschwangerschaften, sexuell übertragbare Krankheiten oder Drogenkonsum – schuld da-ran sollte immer wieder Baile Funk sein. Dazu sagt MC Carol, eine der Stars des Genres: „Das größte Verbrechen, das Funk begeht, ist es, Schwarzen zu Reichtum zu verhelfen. Drogen sind doch sowieso überall, bei Rock in Rio, auf dem Lollapalooza Festival, in Nachtclubs.“

Gegen alle Kritik und Widerstände hat es Funk geschafft, auch von breiteren Kreisen anerkannt zu werden, unter anderem durch das Gesetz „Funk é Cultura“ aus dem Jahr 2008. Im Jahr 2021 hat die Pandemie Brasilien fest im Griff und auch die Kulturschaffenden dort in die Knie gezwungen. Wer nicht zu den ganz Großen gehört, befindet sich im Standby-Modus und träumt von den nächsten großen Funk-Partys in der Zukunft. Wir gucken uns bis dahin die Funk-Netflix-Serie „Sintonia“ an, ziehen uns Tausende von Funk-Videoclips auf KondZilla rein, dem größten Musikchannel Lateinamerikas, und teilen mit den Musikverrückten dieser Welt unseren ila-Schwerpunkt zu Baile Funk. Und auch wem die Musik wenig sagt, der/die erfährt in dieser ila vieles über die brasilianische Gesellschaft und über eine künstlerische Ausdrucksform, die in den Favelas von Rio geboren wurde und mittlerweile quer durch alle Klassen, Generationen und Länder dröhnt.

https://www.ila-web.de

Die Zapatistas in Mexiko: „Wir sind bereits auf dem Weg Richtung Europa“

Von Nina Baghery
amerika21, 20.04.2021

Chiapas, Mexiko. Erstmals seit ihrer Gründung 1983 plant die Zapatistische Befreiungsarmee (EZLN) eine weltweite Protest- und Vernetzungsreise. Eine Delegation aus 150 Personen wird zunächst Europa und im Anschluss Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika bereisen. Damit solle das „Saatkorn ihrer Rebellion“ in aller Welt verbreitet werden.

Die Planungen fanden unter den Bedingungen der Covid-19 Pandemie statt, die den Aktivismus der Aufständischen vor Ort stark eingeschränkt hat.

Die ersten 30 Reisenden befinden seit dem 10. April in Quarantäne, um in der Zeit der Pandemie einen sicheren Auftakt zu ermöglichen. Anfang Mai werden, laut aktuellen Informationen, sieben Zapatistas per Segelschiff nach Europa aufbrechen. Damit soll die europäische Kolonialisierung Lateinamerikas „symbolisch konterkariert“ werden. Zentrales Ziel der Reise ist die globale Stärkung „des Kampfes gegen das System, das zu Gewalt gegen Frauen, Genoziden an Indigenen, Rassismus, Militarismus, Ausbeutung und Zerstörung der Natur“ führe.

Verschiedene Solidaritätsnetzwerke aus 30 europäischen Ländern begleiten den Aufenthalt der Zapatistas. Das Ya-Basta-Netz organisiert und koordiniert gemeinsam mit anderen Gruppen und Einzelpersonen (#NetzDerRebellion) ihre Reise durch Deutschland.

Die Zapatistas betonen stets die Verbindung des kapitalistischen, patriarchalen und rassistischen Systems in Mexiko mit globalen Strukturen. Von der mexikanischen Regierung werden die autonomen Verwaltungszentren, die sich seit 1994 bilden, lediglich geduldet. Die Selbstorganisierung durch autonome Parallelstrukturen hat zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards der indigenen Bevölkerung in Südmexiko beigetragen, jedoch werden die Zapatistas permanent von Polizei und Militär bedroht und schikaniert.

Unterstützer:innen aus aller Welt zeigen sich durch regelmäßige Aufenthalte in Chiapas solidarisch mit der Bewegung und tragen zu deren Schutz vor Repressalien bei. Dorit Siemers, Mitgründerin des selbstverwalteten Solidaritätsbetriebs Kaffeekollektiv Aroma Zapatista eG aus Hamburg, begleitet die Bewegung seit ihrer Gründung. Die Protestreise habe einen „historisch relevanten Charakter“. Sie freue sich über „diese großartige Initiative“, erklärte Siemers.

Neues von 99 Posse

Nach diversen Solo-Veröffentlichungen von Sänger Luca „O Zulù“ Persico hier ein neues Lebenszeichen von Napolis finest 99 Posse.