FERMIN MUGURUZA & CHALART58 : Ulrike Meinhof Single da

fmulrike7
Zum Record Store Day 2020 veröffentlichte Grans Records zusammen mit Ponent Roots eine mit einer Auflage von 300 Stück streng limitierte 7inch von Fermin Muguruza. Auf der A-Seite gibt es eine unveröffentlichte Reggae Rockers Version der Hommage an Ulrike Meinhof, die als Original ursprünglich auf der Platte Fermin Muguruza & The Suicide of Western Culture – B-Map 1917 + 100 erschien. Der Remix ist von Chalart58, als special guest ist Matah mit am Gesang.
Auf der B-Seite findet sich eine unveröffentlichte Ska-Version von “Black Is Beltza”.

Wir haben ein paar dieser kleinen Goldperlen rübergerettet. Wer Interesse an einer 7″ hat, melde sich bitte unter luchaamada@riseup.net

STOPP DEM KRIEG GEGEN DIE ZAPATISTISCHEN PUEBLOS UND COMUNIDADES

24. August 2020

Coordinación Metropolitana Anticapitalista y Antipatriarcal
mit dem Indigenen Regierungsrat (CIG)
STOPP DEM KRIEG GEGEN DIE ZAPATISTISCHEN PUEBLOS UND COMUNIDADES

#ElEZLNNoEstaSolo
#FueraParamilitaresDeTerritorioZapatista
#ORCAOesParamilitar
Porque #ElEncierroNoMeCalla:

Wir machen öffentlich, zeigen an:
So wie im August 2011 – als Paramilitärs der ORCAO (1) ein Haus von internationalen und nationalen Beobachter*innen zerstörten – so brennen heute erneut – nach neun Jahren Aufstandsbekämpfung und offenen Kriegs der Zerstörung – dieselben Paramilitärs der ORCAO in Chiapas – die (Kaffee-)Lager von zapatistischen Unterstützungsbasen nieder.

Wir machen verantwortlich – wegen ihrer Komplizenschaft und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber diesen paramilitärischen Aktionen:
Die Regierung des Bundesstaates Chiapas, der der MORENA-Parteigänger Rutilio Escandón Cárdenas vorsteht – sowie die mexikanische Regierung unter López Obrador und seine »Gevierteilte Transformation«. (2)

Heute sagen wir unseren zapatistischen Geschwistern:
Sie stehen nicht allein. Wir sind mit ihnen – in diesem Kampf gegen Kapitalismus und Krieg der Zerstörung.
Zapata lebt! Der Kampf geht weiter!
Viva el #CNI, Viva el #CIG, Viva el #EZLN
Es lebe der Congreso Nacional Indígena, der Indigene Regierungsrat, der EZLN!
PS. Wir laden ein, aufmerksam zu sein für weitere Initiativen, die wir bekannt machen werden –auch damit wir unsere Wut und Rebellionen vereinen – und ein weiteres Mal mit unseren Geschwistern des EZLN gemeinsam gehen.

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übersetzt von lisa-colectivo malintzín.
Quelle:
http://www.congresonacionalindigena.org/2020/08/24/coordinacion-metropolitana-anticapitalista-y-antipatriarcal-con-el-cig-alto-a-la-guerra-contra-los-pueblos-y-comunidades-zapatistas/

Anmerkungen der_die Übersetzerin:
(1) ORCAO: Organisation der Kaffeeanbauer in Ocosingo
(2) López Obrador benennt seine Regierungspolitik als »Vierte Transformation«.

Lucio Urtubia ist gestorben

Hasta siempre, Lucio.

Anarchist, Bankräuber, Fälscher, aber vor allem … Maurer. Dieser ungewöhnliche Filmtitel, auf den
ich im Internet stieß, machte neugierig. Was wir dann in dem Dokumentarfilm 1 der baskischen
Filmemacher Aitor Arregi und Jose Mari Goenaga von 2007 sahen, konnten wir kaum glauben. So
viele außergewöhnliche Aktionen, Abenteuer und Begegnungen in einem einzigen Leben?
Lucio Urtubia wurde 1931 in Navarra im Baskenland geboren, wo er in großer Armut aufwuchs.
Nachdem er einige Zeit im Schmuggelgeschäft tätig gewesen war, wurde er zur spanischen Armee
eingezogen, aus der er 1954 desertierte, als sein groß angelegtes Abzweigen von Waren aus dem
Armeelager aufzufliegen drohte. Er floh nach Paris, arbeitete auf dem Bau und bekam über Kollegen
Kontakt zu anarchistischen Kreisen. Hier fand er nicht nur die politischen und ideologischen
Grundlagen für seine Haltung, sondern lernte auch den legendären Anarchisten Francisco „Quico“
Sabaté kennen, der in den drei Jahren bis zu seinem gewaltsamen Tod 1960 durch die spanische
Guardia Civil zu Lucios Freund und Lehrer wurde. Lucio hat Banken überfallen, um mit dem Geld
Gefangene der Franco-Diktatur in Spanien zu unterstützen. Er fälschte Ausweise für die spanischen
Flüchtlinge in Frankreich. Später wurden in seinen Fälscherwerkstätten Schecks und Identitätspapiere
verschiedenster Länder gedruckt. Diese Dokumente und das so beschaffte Geld kamen revolutionären
Bewegungen in Europa, Lateinamerika und den USA zugute. Lucio traf sich mit Che Guevara, um mit
ihm zu besprechen, wie gefälschte Dollars zur Destabilisierung der USA eingesetzt werden könnten.
Seine größte Enteignungsaktion ging zu Lasten einer der größten Banken der Welt, die er in die Knie
zwang: Angesichts der Unmenge an perfekt gefälschten Travellerschecks, die an allen Ecken und
Enden der Welt auftauchten, nahm die First National City Bank (heute Citibank) 1980 Verhandlungen
mit Lucio Urtubia auf, verzichtete gegen Herausgabe der Druckplatten auf eine Strafverfolgung und
zahlte sogar noch eine „Entschädigung“.
Wie konnte es sein, dass wir von diesem interessanten Menschen noch nie etwas gehört hatten? Wir
suchten nach weiteren Informationen. Auf Deutsch fanden wir nur eine kleine Notiz bei der FAU. Es
gab eine Biografie von Bernard Thomas, die 2000 auf Französisch und 2001 auf Spanisch erschienen
ist. Da war Lucio bereits 70 Jahre alt. Diese langjährige Verschwiegenheit und Unsichtbarkeit ist
sicher einer der Gründe, warum Lucio trotz der beeindruckenden Serie von Gesetzesbrüchen nur
relativ wenig Zeit in Gefängnissen verbringen musste. Während er Millionenbeträge für die
Bewegungen enteignete und eine untergründige Infrastruktur weltweiter Solidarität aufbaute, lebte er
selbst unauffällig und bescheiden in Paris. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit der Maurerkelle
auf dem Bau, wo er jeden Morgen pünktlich zur Arbeit erschien. Nur wenige Menschen wussten von
seinen klandestinen Aktivitäten, und die Verfolgungsbehörden trauten dem einfachen Arbeiter und
Migranten derart ausgeklügelte Aktionen lange Zeit nicht zu. Die Vorurteile der Gegenseite können
manchmal auch von Vorteil sein.
Während meine im Baskenland lebende Freundin Gabi Schwab und ich noch überlegten, ob wir die
Biografie übersetzen sollten, um diese faszinierende Lebensgeschichte bekannt zu machen, erschien
Ende 2008 im baskischen Verlag Txalaparta Lucios Autobiografie. Wir nahmen Kontakt zu Lucio auf,
der von dem Vorschlag, sein Buch zu übersetzen, sofort begeistert war, und hatten durch dieses
Projekt das Privileg, ihn bald auch persönlich kennen zu lernen.
Schon das erste Treffen mit ihm in Paris war eine herzliche Begegnung und der Anfang einer schönen
Zusammenarbeit. Lucios Autobiografie ist nicht chronologisch geordnet. So kamen uns beim
Übersetzen immer wieder Zweifel und Fragen, wer gemeint war, wann und wo sich bestimmte
Episoden abgespielt hatten und wie diese ganzen Geschichten zusammenhingen. An dem großen Tisch
in dem von Lucio gegründeten Kulturzentrum Espace Louise Michel beantwortete Lucio geduldig alle
unsere Fragen, erzählte uns Geschichten neu und wies uns immer wieder auf Ereignisse und Ideen hin,
die ihm besonders wichtig waren. An seinen Erzählstil mussten wir uns erst gewöhnen. Manchmal
fragten wir uns, ob er vielleicht unsere Frage nicht richtig verstanden hätte, wenn er erstmal über ganz
andere Personen und Ereignisse sprach, aber irgendwann kam er dann immer auf den fraglichen Punkt,
mit dem all die anderen Geschichten eben auch irgendwie zusammenhingen. Aus den Aufnahmen
dieser Gespräche wurde das Kapitel „Begegnung mit Che Guevara“ in die deutsche Ausgabe
zusätzlich eingefügt. Außerdem schrieb Lucio noch drei neue Kapitel, die er uns auf
handgeschriebenen fotokopierten A3-Blättern überreichte. Dadurch bekamen wir eine bessereVorstellung davon, aus welchem „Original“ die Autobiografie entstanden ist. Lucio sagte selbst immer
wieder, dass er gar nicht schreiben könne. Aber getreu seinem Lebensmotto, dass nichts unmöglich ist,
wenn man es nur anpackt, hat er es dann glücklicherweise doch getan und sich die entsprechende Hilfe
gesucht. Mit dem Rohmaterial seiner Autobiografie war er zu dem Katalanen Francisco Rodríguez de
Lecea gegangen, dem Übersetzer der von Bernard Thomas verfassten Biografie, und hatte ihn gebeten,
sein Manuskript in eine lesbare Form zu bringen, was dieser dann auch tat. So entstand das Buch mit
der gleichen Vorgehensweise, mit der Lucio auch seine klandestinen Aktivitäten organisiert hatte. Für
all die Tätigkeiten wie Grafik oder Druck, die er selbst nicht beherrschte, konnte er Leute mit den
entsprechenden Fähigkeiten zur Mitarbeit bewegen. Auch dies entspricht seiner Lebensphilosophie:
Dass niemand mehr wert ist als die anderen. Nicht jeder kann alles, aber wenn es uns gelingt, die
Fähigkeiten der einzelnen Menschen zusammenzubringen, dann geht es voran. Für uns war es sehr
schön, mit unseren Fähigkeiten im Wort- und Satzbau ein klein wenig zur Verbreitung der Geschichte
von Lucio beitragen zu können.
Nachdem Lucios Geschichte durch den Film und die Bücher öffentlich geworden war, begannen die
Einladungen und Reisen. 2008 war Lucio mit dem Dokumentarfilm in Argentinien, Brasilien und
Uruguay. Dort lernte er nun Jahrzehnte später Genossen kennen, die damals Citibank-Schecks aus
Lucios Produktion bekommen und für ihre jeweiligen politischen Gruppen eingelöst hatten. Als die
deutsche Fassung der Autobiografie erschienen war, haben wir zwischen 2010 und 2014 mehrere
Reisen unternommen, um das Buch in verschiedenen Städten in Deutschland vorzustellen. Nachdem
er so lange über seine Aktivitäten geschwiegen hatte, machte es Lucio nun offensichtlich Spaß, seine
Abenteuer einem faszinierten Publikum zu erzählen. Besonders jüngere Zuhörer*innen sagten nach
Veranstaltungen immer wieder, wie inspirierend der Vortrag für sie war. Lucios Optimismus und seine
Überzeugung, dass wir die Welt ändern können, waren ansteckend – zumal viele seiner Geschichten
Beweis genug für seine These sind, dass auch in den aussichtslosesten Situationen doch immer noch
was geht. Lucio betonte immer wieder, dass es keine Utopie gebe – denn wenn du anfängst, sie
umzusetzen, machst du sie bereits zur Realität.
Lucio stammt aus einer armen sozialistischen Familie in Cascante, einem Dorf in Navarra. Schon als
Kind musste er mit Arbeit zum Familienunterhalt beitragen. Er lernte materielle Not und den Terror
des Franquismus kennen. Er selbst bezeichnete es aber immer als sein Glück, arm geboren zu sein.
Dadurch habe er keinerlei Probleme gehabt, den Respekt vor Autoritäten, vor Kirche und Staat und der
herrschenden Ordnung zu verlieren. Er vertrat einen expliziten Arbeiterstandpunkt. Dieser beinhaltete
einen genauen Blick von unten für Machtverhältnisse und soziale Ungerechtigkeiten sowie die
Überzeugung, dass nur die Arbeiter, die die Welt am Laufen halten, diese auch verändern können.
Dazu gehörte für ihn aber auch ein ausgeprägtes Arbeitsethos. Er hat bis zu seinem 72. Lebensjahr auf
dem Bau gearbeitet. Es war ihm immer wichtig, seinen Lebensunterhalt als Arbeiter zu verdienen. Das
viele Geld, das er auf illegale Weise beschaffte, war für die Solidarität bestimmt, nicht für private
Zwecke. Menschen, die bei der Arbeit nicht zupacken können oder wollen, waren ihm ebenso suspekt
wie intellektuelle Politaktivisten, auf die man sich in der Praxis nicht verlassen kann. Von Menschen,
die ohne Arbeit am Rande der Gesellschaft leben, erwartete er nicht viel. Bei den Veranstaltungen kam
sein Loblied auf die Arbeit verständlicherweise nicht immer gut an und es gab gelegentlich auch
Konflikte. Wenn der Punkrockstil eines Veranstaltungsortes seinen Handwerkerstolz beleidigte, wenn
ihm die Fragen des Publikums nicht gefielen oder das Publikum in seinen Augen zu studentisch oder
„politisch marginal“ aussah, konnte aus einer Veranstaltung auch mal eine Publikumsbeschimpfung
werden. Die Vermittlung zwischen einem Handwerker, der 25 älter war als ich, und einem wesentlich
jüngeren Publikum, ist mir als Übersetzerin nicht immer gelungen. Lucio war eigensinnig im guten,
aber manchmal auch im schlechten Sinne. Auch wir gerieten auf diesen Reisen gelegentlich in Streit.
Aber die Konflikte waren glücklicherweise spätestens am nächsten Tag beigelegt, und es gab bei
diesen Reisen vor allem viele schöne Momente mit guten Gesprächen, interessanten Begegnungen und
auch Abende mit gutem Essen und gutem Wein – beides wusste Lucio sehr zu schätzen.
Durch die Veröffentlichung seiner Geschichte bekam Lucio Kontakte zu Subkulturen, mit denen er
vorher nichts zu tun hatte, und er war dafür trotz seines hohen Alters sehr aufgeschlossen. Er erzählte,
dass eines Tages einige voll tätowierte und grimmig dreinschauende Männer in seiner Tür im Espace
gestanden hätten, die – wie er immer wieder betonte – für alle offen stand. Im ersten Moment
befürchtete er einen Überfall. Die Männer stellten sich jedoch als Mitglieder einer Band vor – wenn
ich mich nicht irre, war es die Skapunk-Band SKA-P aus Madrid. Sie wollten Lucio kennen lernen,und sie haben sich danach noch häufig getroffen. 2013 waren wir in Paris, um unseren Freund Fermin
Muguruza – Musiker aus dem Baskenland – auf seiner No-More-Tour zu treffen. Da wir dachten, dass
die beiden sich sicher viel zu sagen hätten, luden wir Lucio zu diesem Abend ein. Lucio hörte und
sang gerne alte Revolutionslieder und Chansons. Er mochte zum Beispiel die Lieder von Georges
Brassens, Jacques Brel und vor allem von dem Anarchisten Léo Ferré. Ein Konzert mit Schlagzeug
und Verstärkern wollten wir ihm nicht zumuten, deshalb luden wir ihn zum Abendessen mit der Band
vor dem Auftritt ein. Aber Lucio ließ es sich nicht nehmen, auch noch bei dem Konzert dabei zu sein,
bei dem er mithilfe eines Barhockers bis zum Ende durchhielt, gefeiert vom Publikum und der Band.
Er war vermutlich der älteste Konzertbesucher dieser Tour 2 .
Lucio hat im Pariser Stadtteil Belleville gelebt, wo er in den 1990er Jahren ein heruntergekommenes
Gebäude in der Rue des Cascades gekauft und zu einem kleinen Kulturzentrum ausgebaut hatte. Ein
großer Raum im Erdgeschoss bietet Platz für Veranstaltungen, Ausstellungen und Versammlungen.
Dem Zentrum hat er den Namen Espace Louise Michel gegeben, in Erinnerung an die große
Anarchistin der Pariser Kommune. Über der Tür steht der Liedtitel aus der Zeit der Pariser Kommune
Le Temps des Cerises (Die Zeit der Kirschen) und am Giebel Sustraiak – baskisch für Wurzeln. Hier
lebt auch Anne Urtubia, Lucios Ehefrau, Mitstreiterin und Lebensgefährtin. Sie haben sich im Pariser
Mai kennen gelernt und danach viele Aktionen gemeinsam durchgestanden. 1974 wurden sie im
Zusammenhang mit einer Entführung – nach der Hinrichtung von Salvador Puig Antich durch die
Garotte in Spanien – zum ersten Mal verhaftet, kamen aber bald wieder frei. Auch nach ihrer
Trennung als Paar blieben sie beide in benachbarten Wohnungen im Espace wohnen.
Die Unterstützung von Gefangenen war für Lucio immer ein großes Anliegen. Schon das Geld aus
seinen ersten Banküberfällen, die er Ende der 1950er Jahre machte, war für die Gefangenen des
Franco-Regimes bestimmt. Lucio reiste illegal nach Spanien ein, um dort die Angehörigen mit Geld
und politischem Material zu versorgen. Wo auch immer Solidarität mit Gefangenen erforderlich war,
konnte man auf Lucio zählen. Sein Espace wurde von den Angehörigen der baskischen Gefangenen
genutzt, die immer wieder für Besuche den weiten Weg aus dem Baskenland bis nach Paris machen
müssen. Als eine baskische Gefangene für den Status als Freigängerin einen Job brauchte, stellte er sie
als Sekretärin ein. Auch das Solidaritätskomitee für Sonja Suder und Christian Gauger, die lange in
Frankreich gelebt hatten, konnte selbstverständlich die Räume nutzen, als die beiden aufgrund einer
Anklage wegen Mitgliedschaft in den Revolutionären Zellen in den 1970er Jahren von der
Auslieferung nach Deutschland bedroht waren.
Lucio ist seinen Überzeugungen immer treu geblieben und hat sein Leben lang gegen Unterdrückung
und für die Freiheit gekämpft. Ich habe ihn zuletzt vor zwei Jahren in Paris getroffen. Da kämpfte er
noch gegen die Folgen eines Schlaganfalls, nach dem er zunächst nicht mehr sprechen konnte und
teilweise gelähmt war. Sein Sprachvermögen hatte er wieder zurückerobert und er konnte auch wieder
gehen, wenn auch mit großen Mühen. Für die etwa 200 Meter von seiner Wohnung zum Bistro am
Place Henri Krasucki haben wir sehr lange gebraucht, mit mehreren Pausen. Aber selbst in dieser
Situation lag Lucio das Jammern fern. Er sagte, dass er sich doch glücklich schätzen könne, da sich
Anne und ihre gemeinsame Tochter Julieta großartig um ihn kümmerten und alle Hilfe organisierten,
die er brauche.
Am 18. Juli ist Lucio mit 89 Jahren in Paris gestorben. Wir haben einen außergewöhnlichen Genossen
verloren – mutig, großzügig, hartnäckig, unbestechlich und immer solidarisch. Ruhe in Freiheit,
compañero. Ich hätte gerne noch mehr Gelegenheiten gehabt, eine Flasche Wein mit dir zu teilen. Du
wirst mir fehlen.

Alix Arnold
Köln, 3. August 2020

1
Den Film gibt es mit deutschen Untertiteln auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=GG_HMCa2ud8
In dem Film zur Tour ist Lucio bei dem Konzert und mit einem kurzen Interview zu sehen, ab min 57:16:
https://www.youtube.com/watch?v=aH04ihZbK1Y

lucio esne
Lucio hier in Berlin beim gemeinsamen Abendessen mit Esne Beltza

FERMIN MUGURUZA & CHALART58 : Ulrike Meinhof-Muxu Molotov (feat. MATAH)

Neue Single von Fermin Muguruza (auf Ponent Roots & Talka Records) erschienen: Sein Song „Berlin / Ulrike Meinhof“, den er im Original auf dem Album „Fermin Muguruza eta The Suicide of Western Culture“ präsentierte, wurde hier von ReggaeDub Mastermind Chalart58 remixt. Auf der B-Seite gibt es „Black is Beltza“ in einer Ska-Version, ebenfalls von Chalart58.

Hier das Original nochmal:

Resaka Sonoro – neues Album „Frekuencia“

Nach vier Jahren Wartezeit veröffentlichen RESAKA SONORA nun mit „Frekuenzia“ ihren zweiten Longplayer. Wer die 9-köpfige Combat Ska Kapelle aus Bordeaux schonmal live erleben durfte oder wem das großartige Debut „Buenaventura” ein Begriff ist, wird auch auch mit dieser Scheibe voll auf ihre/seine Kosten kommen.
resaka
12 ausgefeilte energische Hymnen zwischen Ska, Reggae, Punk, Oi und einem Tüpfelchen Dancehall laden wahlweise zum Tanzen, Mitsingen, Stadionbesuch oder zum Kämpfen ein. Politische Texte in französischer, spanischer und italienischer Sprache verweisen auf die gelebte internationalistische Haltung der Band.
Inhaltlich zieht sich das revolutionäre Begehren nach einer anderen, solidarischen Welt durch die Platte. Besungen werden dabei verschiedene historische und aktuelle Kämpfe in denen die Menschen die Angst verloren und sich die Straßen genommen haben, von 1921 bis 2020, von Kronstadt nach Rojava. Auch kommen natürlich die vielen schönen Momente zwischen Freund*innen und Genoss*innen nicht zu kurz, wenn gemeinsam an einem nicht endenden Wochenende um die Häuser gezogen wird. Gesangliche Unterstützung gibt es u.a. von den Los Tres Puntos und Juantxo Skalari. Die unzähligen Snippets bekannter (und nicht so bekannter) Hits unserer Gegenkultur sowie politischer Manifeste machen dieses Meisterwerk perfekt und unterstreichen die Detailverliebtheit und den Perfektionismus der Band.
Die LP Version kommt mit umfangreichem 12 seitigen Textheft und mit Downloadcode. In internationalistischer Kooperation von Fire and Flames Music mit General Strike und Dure Réalité. Venceremos!

Holt euch die Scheibe bei Fire & Flames



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