Xavi Sarrià & Pirat’s Sound Sistema im Clash

24.02.2018 Clash: Xavi Sarrià (ex Obrint Pas) & Pirat’s Sound Sistema (Reggae, Rap/Barcelona)
Xavi Sarrià, ehemaliger Sänger von Obrint Pas, kommt mit neuem Album – „Amb l‘esperança entre les dents“ (Propaganda pel fet! 2017) und neunköpfiger Band zu uns ins Clash. Anschliessend Fiesta Lucha Amada. Ama la musica, odia el fascismo.
Ein Teil der Einnahmen gehen an den Stressfaktor.
ACHTUNG: Ab sofort gibt es einen Kartenvorverkauf im Clash am Tresen!!

xavi flyer

Xavi Sarrià war von 1997-2013 Sänger der Ska-Reggae-Punkband Obrint Pas,
die eine der wichtigsten explizit auf katalan singende Band waren, aber
darüberhinaus – vielleicht auch aufgrund ihrer internationalistischen
Einstellung – international sehr erfolgreich waren. Touren durch
Lateinamerika, Asien und Europa (mehrmals auch Deutschland, allein 8
Konzerte in Berlin) und eine Teilnahme bei der Brigada Músics per
Palestina sind hier nur einige Ansatzpunkte. Auftritte beim Protest
gegen den G8 in Heiligendamm 2007 sowie mehrere antifaschistische
Soli-Konzerte auch hier in Deutschland und die Tatsache, dass ihre erste
Deutschland-Tour eine Soli-Tour für den damals inhaftierten KOP-Sänger
Juanra war, verdeutlichen ihre solidarische und konsequente Haltung. Sie
veröffentlichten die CDs Obrint Pas (Propaganda pel fet, 1999), Terra
(Propaganda pel fet, 2001), La Flama (Propaganda pel fet, 2004), En
Moviment (Propaganda pel fet, 2005), Benvingut al paradís (Propaganda
pel fet, 2007) und Coratge (Propaganda pel fet, 2011) bevor sie 2013
eine auf unbestimmte Zeit befristete Pause ankündigten.

Xavi Sarrià ist Multitalent: erst (freies) Radio-machen, dann
Labelgründer (45 Revolucions), Musiker, aber auch Aktivist und
Schriftsteller: Històries del paradís (Bromera, 2008) und Totes les
cançons parlen de tu (Sembra Llibres, 2014) heissen seine Bücher.

Xavi Sarrià reiste zusammen mit dem katalanischen Sänger Feliu Ventura
nach Kurdistan, um sich auszutauschen und zu solidarisieren. Daraus
entstand der Dokumentationsfilm La batalla d’Amed (Metromuster, 2016).
Eine weitere Doku begleitet ihn und Feliu Ventura in Griechenland in
aktiver Solidaritätsarbeit für Refugees: Més enllà dels camps
(Propaganda pel fet i Comunitat Eko, 2017).

https://www.xavisarria.cat

xavisarriapiratsflyer

Lucha Amada presenta: Fermin Muguruza, Xavi Sarrià

ad

16.02. Berlin: Black is Beltza – Präsentation des Animationsfilmes, mit F. Muguruza

16.02. Clash (Gneisenaustr. 2a), 21Uhr: Black is Beltza – Präsentation
des Animationsfilmes
Live: Fermin Muguruza, Charlat58, Matah, Ceci Bastida. DJs: Lucha Amada
Ein Teil der Einnahmen geht an das Medibüro.

fm black berlin session
Im Herbst 2018 wird der Comic “Black is Beltza” von Fermin Muguruza, den
er zusammen mit Harkaitz Cano (Text) und Dr. Alderete
(Illustrationen/Design) erstellte, als animierter Film erscheinen.
„Black is beltza“ beginnt Mitte der 60er Jahre in New Yorck und
behandelt den tief verwurzelten Rassismus und die gesellschaftliche
Unterdrückung gegen People of colour. Die Geschichte streift Malcom X,
die Black Panthers, dann aber auch Cuba und Che Guevara und den kalten
Krieg. Ein 144 seitiger geschichtsträchtiger Comic und eine Mischung aus
Fiktion und Realität, der nun auf die Leinwand kommt. Wir freuen uns,
euch auf der Party einen ersten 3 minütigen Teaser zeigen zu können.
black is beltza sc

Mit dabei:
Fermin Muguruza, wohl Baskenlands bekanntester Musiker. Mit den Bands Kortatu und Negu Gorriak schrieb er Musikgeschichte. Kortatu existierten von 1984 bis 1988 und spielten einen Clash inspirierten Punk mit Ska-Einflüssen.
Der Sound von Negu Gorriak (1990-1996) war eine Mischung aus Rap, Hardcore, Rock und Reggae, ein Haupteinfluss waren Public Enemy. Mit ihren kritischen, internationalistischen, aber auch pro baskischen politischen Botschaften landeten sie sogar vor Gericht (auch heute versuchen reaktionäre Kreise in Spanien von Zeit zu Zeit, Konzerte von Fermin Muguruza verbieten zu lassen).
fermin muguruza
Seit der Auflösung von Negu Gorriak ist Fermin Muguruza solo unter wechselnden Namen mit verschiedenen Soundkollektiven unterwegs.
Zuerst veröffentlichte er 1997 zusammen mit der baskischen Hardcore-Band Dut das viel beachtete Album „Ireki Ateak“, bevor er sich solo eher vom Reggae, Dub, Ska, Rap, Funk beeinflussen liess.
1999 brachte er den Mestizo-Klassiker „Brigadistak Sound System“ (Esan Ozenki) raus, auf dem er mit verschiedensten MusikerInnen aus aller Welt (von Manu Chao über Todos Tus Muertos, Desorden Publico, Banda Bassotti, Tijuana No! bis Angelo Moore „Fishbone“ und Mad Professor) die Songs in den jeweiligen Städten der mitspielenden Bands einspielte.

Es folgten diverse Welttouren, im Bereich der Veröffentlichungen im Jahre 2000 die LP/CD „FM 99.00 Dub Manifest“, 2002 „In-komunikazioa“,
das auf Jamaika aufgenommene Album „Euskal Herria Jamaika Clash“ (2006)
und „Asthmatic Lion Sound Systema“ (2008).
Dazu gesellen sich die fast obligatorischen jeweiligen Remix-Alben, auf
denen ihm internationale DJs und Producer Tribut zollen, eine Live-CD,
diverse DVDs und eine Zusammenstellung seiner so spannenden Geschichte.

Zuletzt erschien 2016 in Zusammenarbeit mit dem Producer/DJ Charlat58 aus Barcelona die LP/CD „Black Is Beltza ASM Sessions“ (Kasba Music/Talka).

Mit internationalen Auftritten wurde Fermin Muguruza bekannt und beliebt
zwischen Kurdistan, Palästina und Kolumbien – nie ohne eine politische
Botschaft zu verfolgen oder zu hinterlassen. Trotz seines auf
internationaler Ebene erworbenen Ruhms ist Muguruza auf dem Boden
geblieben, er ist sich nicht zu schade, kostenlos vor 200 Personen
aufzutreten, wenn es um brennende Fragen geht wie den Tod eines
Fußballfans aus Bilbao, der von der baskischen Polizei erschossen wurde.

2003 machte Fermin Muguruza zusammen mit Manu Chao und seiner Band Radio Bemba Sound System mehrere Club-Touren. Unter dem Namen Jai Alai Katumbi Express spielten sie zusammen sowohl Songs von Fermin als auch von Manu.

Auch vor dem Theater hat er keine Angst: Das Projekt „Guerra“ (Krieg)
ist eine Mischung aus Theater und Musik-Spektakel mit verschiedenen
Video-Projektionen. Die Idee zu dieser Inszenierung, die sich kritisch
mit Kriegen auseinandersetzt, hatte der katalanische Musiker und
Provokateur Albert Pla, mit dem Muguruza bereits mehrfach
zusammengearbeitet hat. Drei Schauspieler verkörpern in diesem Stück
drei Rollen: der Krieg, die Stadt und der Gott des Kapitalismus. Im
November 2015 wurde das Stück in Bilbao uraufgeführt.

Fermin war nicht nur Gründer baskischer Kultbands wie Kortatu und Negu
Gorriak, sondern ebenso Redakteur der baskischen Zeitung EGIN, Gründer
des legendären baskischen Musiklabels „Esan Ozenki“ (und seit 2006 Talka Records & Films) und seit mehreren Jahren nun Dokumentarfilmemacher.

Seine Filme „CHECKPOINT ROCK SONGS FROM PALESTINE “, „NEXT MUSIC
STATION“, eine Serie von 11 Dokumentationen für Al Jazeera über Musik in
arabischen Ländern sowie sein Film „ZULOAK“ genossen international hohe
Anerkennung.
„NOLA? Irun meets New Orleans“ ist ein weiterer Dokumentarfilm von
Fermin Muguruza, über die Hintergründe des Hurrikans Katrina in New
Orleans, über Charakter und Musikalität der dort lebenden Menschen. Mit
Musikern der Stadt hat Muguruza acht seiner legendären Hits neu aufgenommen.

Sein Comic-Buch „Black is Beltza“ erschien 2014. Im Herbst 2018 kommt
„Black is Beltza“ als Animationsfilm in die Kinos.
black is beltza all books

„B-MAP 1917 + 100″ – in Erinnerung an die Oktoberrevolution 1917 – ist
der Titel der neuen CD von Fermin Muguruza, in Zusammenarbeit mit der
Band The Suicide of Western Culture (eine Drone/Elektro/Post-Rock Band
aus Barcelona) aufgenommen. Die CD/LP erschien am 01.12.17.
Auf dieser CD befindet sich der brandneue Track „Berlin/Ulrike Meinhof“

(https://www.youtube.com/watch?v=7eNxC221N4w)

Chalart58, ex Schlagzeuger von La Kinky Beat, Produzent und eine der
Dub-Grössen Barcelonas.

Matah, ex Sängerin von La Kinky Beat.

Ceci Bastida, ehemalige Keyboarderin & Sängerin der mexicanischen
Legende Tijuana No!, seit 2010 solo unterwegs.

Lucha Amada djs – latin-ska, radical mestizo, reggae, cumbia, rap,
patchanka,…

http://www.muguruzafm.eus/
http://www.blackisbeltza.com





Kartenverlosung: Amparanoia in Berlin

amparanoia16
Amparanoia sind ja 20 Jahre nach Erscheinen ihres Debut-Albums “El Poder de Machin” wieder zurückgekehrt. Nun kommen sie ins Lido nach Berlin. Für das Konzert am 25.01. verlosen wir 3×2 Karten!
Einfach bis zum 22.01. eine mail an luchaamada@riseup.net schicken – mit der Antwort auf diese sehr einfache Frage: Mit welcher Band nahm Amparanoia 2017 eine neue Version von „Buen Rollito“ auf?

Gegen die Mauern des Kapitalismus

In Mexiko halten Zapatistas zweiten kritischen Wissenschaftskongress ab und gedenken des Aufstandes von 1994

San Cristóbal, Chiapas. In einem Tross von Kleingruppen erreichen wir morgens die autonome »Universität der Erde« am
Rande der zweitgrößten Stadt des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas. Wie immer geht es gelassen und sehr gut
organisiert zu, wenn die Zapatistische Armee zur nationalen Befreiung (EZLN) zu einem Treffen aufruft.
Wir besuchen den zweiten kritischen Wissenschaftskongress »ConCiencias« (etwa: Wissenschaften mit Bewusstsein) mit dem
Thema »Die Wissenschaften gegen die Mauer«; gemeint sind die vielfältigen ausbeutenden und ausschließenden
Mechanismen des kapitalistischen Systems. 51 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Frankreich, Kanada, Mexiko,
Österreich, Uruguay und den USA beschäftigen sich an vier Tagen kapitalismus- und patriarchatskritisch mit
naturwissenschaftlichen Disziplinen wie Agrarökologie, Astrophysik, Astronomie, Biologie, Kosmologie, Ökologie, Bodenkunde,
Physik, Genetik, Geophysik, Mathematik, Medizin, Mikrobiologie, Neurowissenschaften, Optik und weiteren Fachbereichen.

Passend zum jüngst deutlich verschärften Sicherheitsgesetz, das den Militärs einen Freibrief für den Einsatz im Inneren wie in
einer Diktatur gibt, beschreibt die Chemie-Ingenieurin Fabiola Méndez äußerst faktenreich die exponentiell zunehmende
Zusammenarbeit von Wissenschaften unterschiedlichster Fachbereiche und Militärs und kommt zu dem Schluss: »Die
kapitalistische Hydra bereitet sich auf ihre Verteidigung vor. Dagegen müssen wir solidarische Wissenschaften setzen.« Viele
Beiträge fordern mehr Kollektivität in der Wissenschaft, klare Linien gegen das herrschende System, mehr Ethik, mehr
Interdisziplinarität, den Bruch mit dem akademischen Elfenbeinturm und konkrete Schritte, wie die Gründung antikapitalistischer
Institute, um dies voranzubringen.

conciencas

Neben den 100 zapatistischen Frauen und 100 Männern, die als Delegierte aus ihren Gemeinden teilnehmen und die neuen
Informationen später vor Ort weitergeben sollen, nehmen knapp 900 Zuhörerinnen und Zuhörer aus unterschiedlichen Ländern
teil.
Arturo, Lehrer aus Argentinien, hält das Treffen für wichtig: »Ich war schon beim ersten ConCiencias und einigen Vortragenden
ist es tatsächlich gelungen, die Fragen der zapatistischen Delegierten vom vergangenen Jahr gut zu beantworten, wie zum
Beispiel Remy Freissart aus Frankreich.« Freissart erläuterte in seinem Vortrag »Für eine rebellische und autonome Medizin«,
wie Bakteriophagen Antibiotika ersetzen können, um Parasiten zu bekämpfen und unterstrich, dass die entsprechenden Mittel
leicht herzustellen seien.
Nadja, Studentin aus den Niederlanden, ist zum ersten Mal auf einem zapatistischen Treffen: »Ich bin total geflasht vom
Kongress. Allein der Ort, die Universität der Erde, was die Jugendlichen hier alles lernen können: Autos schrauben, Soziologie,
Nähen, Agrarökologie, Computerbedienung, Musikinstrumente spielen etc. Die Mehrheit der Themen finde ich gut, einige sehr
gut. Ein paar Beiträge waren leider klassische Uni-Vorträge, da wurde zu schnell gesprochen und viele Begriffe wurden
vorausgesetzt.«
Diana, Biologin aus Mexiko-Stadt, betont: »Dass die junge Generation in der EZLN diesen Raum geöffnet hat, ist für mich eine
unglaubliche Möglichkeit! Ich kann Leute aus vielen Teilen der Welt kennenlernen und diskutieren, wie wir die Wissenschaften
immer mehr in den Kampf einbeziehen – gerade angesichts des neuen Gesetzes zur Biodiversität, dass den Konzernen Tür
und Tor für Biopiraterie und den Einsatz von Gentechnik öffnet.«

Abgerundet werden die Tage durch politisch-analytische und teils humoristische Einlassungen von Subcomandante Galeano
(ehemals Subcomandante Marcos, d. Red.) sowie durch Reden von zapatistischen Frauen aus den fünf Einflusszonen der
EZLN, in denen sie die Auswirkungen von Kapitalismus und Patriarchat geißeln und selbstbewusst auf das bisher Erreichte im
rebellischen Gebiet verweisen.

Den größten Beifall erhält der Beitrag der EZLN-Comandantas Jessica, Esmeralda, Lucía und Zenaida: »Wir wissen gut, dass
das schlechte System uns nicht nur als menschliche Wesen ausbeutet, unterdrückt, beraubt und verachtet; es unterdrückt,
beraubt, verachtet und beutet uns zusätzlich als Frauen, die wir sind, aus. Jetzt ist es noch schlimmer, denn nun ermorden sie
uns weltweit. Die Mörder – die immer das System mit seinem Macho-Gesicht verkörpern – stört es nicht, dass sie uns
umbringen. Sie werden dafür von Polizisten, Richtern, Medien und den schlechten Regierungen – all denjenigen dort oben, die
auf Kosten unserer Schmerzen das sind, was sie sind – gedeckt, unsichtbar gemacht und sogar belohnt.« Unter großem Jubel
kündigten sie das »Erste internationale politische, künstlerische, sportliche und kulturelle Treffen der Frauen, die kämpfen« für
kommenden März an.

Zum Jahreswechsel feierten Tausende Zapatistas und Sympathisant*innen in ihren selbstverwalteten Hauptsitzen den 24.
Jahrestag ihres »Krieges gegen das Vergessen«, der am 1. Januar 1994 – zeitgleich mit dem Inkrafttreten des neoliberalen
Freihandelsabkommens NAFTA zwischen Kanada, Mexiko und den USA – begonnen wurde. Subcomandante Moisés schloss in
Oventik mit den Worten: »Wir sind uns sicher. Wenn die Menschen sich organisieren und kämpfen, werden wir das erreichen,
was wir wollen, was wir verdienen: unsere Freiheit.«

* Luz Kerkeling, Chiapas

Alle Beiträge auf Spanisch: http://radiozapatista.org/
URL: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1075087.wirtschaftskongress-der-zapatisten-gegen-die-mauern-des-
kapitalismus.html

Quelle: Sozialistische Tageszeitung neues deutschland / 04.01.2018 / Seite 8



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (11)