Archiv für April 2012

Berlin: Wir bleiben alle – Demo

wba
Schluss mit dem Ausverkauf der Stadt!

Manche sind schon weg, viele kämpfen um nicht zu gehen und Bleiben wollen Wir Alle!
Schluss mit dem Ausverkauf der Stadt!

Manche sind schon weg, viele kämpfen um nicht zu gehen und Bleiben wollen Wir Alle!

Mieterhöhungen, Zwangsumzüge, Räumungen von Projekten und Plätzen, BMW Lab, gated Communities, um nur einige von den Konsequenzen der immobilienwirtschaftlichen Aufwertung beim Namen zu nennen, haben sich schon seit langem im täglichen Diskurs etabliert. Ebenso wie die nicht zur Kenntnisnahme oder Delegitimierung des Widerstands derer, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie ihnen buchstäblich der Boden unter‘ m Arsch weggenommen wird. Bezirke in denen sich einst das unkommerzielle Leben einen Platz schuf und heute Menschen mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln für die wenigen Oasen kämpfen, werden als zu Ende gentrifiziert bezeichnet, um somit denen den Segen zu geben, die auch den letzten Refugien einer anderen Wohn- und Lebensvorstellung den gar auszumachen.

Die Vergangenheit hat mehr als bewiesen, dass wir von den Verantwortlichen dieser Stadt nichts zu erwarten haben. Durch ihre fehlgeleitete Stadtentwicklungspolitik und dem Ausverkauf von Grundstücken und Häusern wurde SpekulantInnen und InvestorInnen Tür und Tor geöffnet, die unsere Stadt nach und nach in eine tot-gentrifizierte Wüste verwandeln. Die kompromisslose Verwertungslogik und Kommerzialisierung diktiert den BewohnerInnen das alltägliche Leben und wer sich das nicht mehr leisten kann, soll gehen. SeniorInnen müssen ihren Kiez verlassen, obwohl sie dort Jahrzehnte gelebt haben, Jugendliche suchen vergebens nach Freiräumen. Nachtleben? Fehlanzeige. Clubs werden durch beschwerdefreudige NachbarInnen verdrängt, selbst Spätis werden als Störfaktor empfunden. Über 30000 Hartz IV EmpfängerInnen in Berlin zahlen jetzt schon zu, um sich ihre Wohnungen weiter leisten zu können und es werden immer mehr! Allein in den letzten 2 Monaten gab es 100000 Mieterhöhungen in den zentralen Bezirken. Nicht die BewohnerInnen, sondern die Entwicklungen auf dem kapitalistischen Wohnungsmarkt entscheiden wo wir wohnen, wie wir wohnen und ob wir überhaupt wohnen können! Hinzukommt das Diktat der knappen Kassen. So sollten beispielsweise in Pankow 1 Million Euro an Kultureinrichtungen eingespart werden. Davon betroffen sind Bibliotheken, Platzhäuser, Seniorenbegegnungsstätten und Obdachloseneinrichtungen.

Wer Kultur von unten macht, den erwartet das selbe Schicksal. Während die Stadtpolitik Berlin als Kulturhauptstadt in Szene setzt, um kaufkräftiges Klientel anzuziehen, wird die Off-Kultur der Gentrifizierung überlassen oder eigenhändig vor die Tür gesetzt. Ihren Zweck als (sub)kulturellen „Aufwertungsfaktor“ oder touristisches Fotomotiv haben sie erfüllt und können nun den vielversprechenden Investorenträumen weichen. Erinnert sei an den Schokoladen, der nur durch eine breite Kampagne gerettet werden konnte. Die Bedrohung alternativer Wohn- und Kultur-Projekte geht jedoch weiter. So machen beispielsweise die Besitzer wie die der Linie 206 und der Kirche von Unten (KvU) derzeit ernst und versuchen „ihre Mieter“ mit aller Macht raus zu ekeln. Anstelle dessen sollen Lofts und Prestigeprojekte den Kiez „lebenswerter“machen. Kommunaler Besitz, eine der wenigen Institutionen die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bewohner orientieren, werden an die Meistbietenden verscherbelt. So jedenfalls sehen die aktuelle Rettungspläne von SPD und Grüne aus, um Geld in die Bezirkskassen zu spülen.
Stattdessen werden uns Alibi-Räume, wie das BMW-Lab vorgesetzt. Während sie diese Verdrängungspolitik nahezu symbolisieren, dürfen wir dann, für das Prestige der Sponsoren dabei zusehen, wie diese aussehen könnte. Na Danke schön!

Die aktuelle Lage zeigt, dass die Unzufriedenheit über die profitorientierte Aufwertungspolitik dieser Stadt an vielen Stellen brodelt. Unterschiedlichste Menschen sind nicht Willens ihre Vorstellung von Wohnen und Leben diesen Entwicklungen zu unterwerfen und wehren sich dagegen. Sie zeigt jedoch auch, wie isoliert die verschiedenen Kämpfe geführt werden. Wenn JedeR an seinem Platz allein kämpft, dann wird auch jedeR allein für sich scheitern. Tun wir uns zusammen, nutzen wir unsere Unterschiedlichkeit als Stärke, denn Berlin war, ist und bleibt eine widerständige Stadt!

Der erste Mai steht bevor! Und auch für die Politik der Stadtentwicklung heisst es: Der Druck steigt!

Deshalb sagen wir jetzt nochmals laut und entschlossen: :
Wir lassen uns nicht verdrängen
Wir sind diejenigen, die wissen wie die Stadt gemacht wird in der wir leben wollen!
Wir nehmen es nicht hin, dass der Kampf für beendet erklärt wird!

Wir bleiben Alle!
Gegen den Ausverkauf der Stadt. Gegen den Kulturkahlschlag. Für den Erhalt alternativer Projekte. Für selbstbestimmtes Wohnen und Leben

Demonstration am 27.4.2012 um 17:30 Auftaktkundgebung vor dem Jugendclub Wabe im Ernst Thälmann-Park
ab 15:00 Kleinkunst, Musik und …

Esne Beltza kommen!!

esnefreedomtour
Esne Beltza ist die neue Allstarcombo aus dem Baskenland. Bei Esne Beltza (schwarze Milch, in etwa sowas wie „schwarze Musik, gemacht von Weißen“) spürt man in jeder Sekunde ihre Energie und ihre Spielfreude, egal ob sie sich gerade dem Latin-Ska und Patchanka hingeben, ob sie sich im Cumbia versuchen oder ob sie Raggamuffin & Hip Hop und geschichtsträchtige Samples in ihrem Sound verrühren.
Die 10-köpfige Band um Xabi Solano, Trikitixa (Akkordeon)-Spieler in Fermin Muguruzas‘ Band, vereint gleich einen ganzen Haufen baskischer Musikgeschichte: wie DJ DZ – auch bei der ersten baskischen HipHop-Combo Selekta Kolektiboa dabei – ist auch Trombonist Jon ständiger Weggefährte von Fermin Muguruza; ebenfalls dabei: Sergio von Joxe Ripiau und The Solanos, und weitere ex-Musiker von Baldin Bada, Su ta gar, Etzakit oder Izotz.
Esne Beltza hatten mit „Made in Euskal Herria“ und „Noa“ bereits zwei Alben veröffentlicht. Ihr drittes Album „3 Kolpetan“, welches neben neuen Stücken, Remixes und neuen Esne Zopak (Nebenprojekt von einzelnen Esne Beltza Mitgliedern) -Songs auch eine DVD mit Ausschnitten aus 3 ihrer Konzerte (u.a. in Japan!) beherbergt, ist Ende November erschienen.
esne group
In Deutschland sind Esne Beltza auf 2 Compilations vertreten gewesen: auf dem ausverkauften Benefit-Sampler „Out of Control“ (Twisted Chords) zugunsten mittlerweile zu Knast verurteilter Antimilitaristen und auf dem Soli-Sampler „Lucha Amada – Musica Rebelde“ (Jump Up Records), dessen Erlöse an Agua Para Todos (APT unterstützt autonome Trinkwasserprojekte für Zapatistische Gemeinden in Chiapas/Mexiko) und Afrique-Europe-Interact, ein antirassistisches Netzwerk, gehen.

Nach einem ersten Konzert in Deutschland 2010 – ein ausverkauftes Supamolly in Berlin – kommen Esne Beltza im Rahmen ihrer Freedom-Tour auch hierzulande vorbei:

28.04. Berlin, Clash (& La Calzada de los Muertos & Fiesta Lucha Amada)
29.04. Hannover, UJZ Korn (& Fiesta Lucha Amada)
30.04. Kiel, Alte Meierei (& Berlinska Dróha)
01.05. Zürich, 1.Mai Fest

http://esnebeltza.net
Esne Beltza bei Youtube

Als kleinen Vorgeschmack gibt´s hier eine mp3: Esne Beltza – Nahi dut

La Plataforma – Rap armado

lp rap
La Plataforma, Mitglied im internationalen DJ-Netzwerk „Microplatform“, ist ein Kollektiv aus Madrid, welches Filme über Demonstrationen und Besetzungen produziert und diese gleichzeitig mit den entsprechenden, selbst produzierten Soundtracks garniert. Ihr relativ neues Musik-Projekt mit verschiedenen jungen RapperInnen hat nun mit „Rap armado“ ihre erste CD veröffentlicht. La Plataforma sind stark verwurzelt im CSO La Traba (Centro Social Okupado – besetztes Zentrum), in dessen Studio auch dieses Album aufgenommen wurde.
Das Album könnt ihr hier runterladen. Hier könnt ihr euch noch Cover und Rückseite (mit Songtiteln) runterladen.
„Rap armado“ wird vertrieben von AGZ Records.

ila 354 erschienen: Anarchismus in Lateinamerika

ila web
Am Freitag, den 13. April, erscheint die neue ila mit dem Schwerpunkt „Anarchismus in Lateinamerika“. Anders als in den Ländern Mitteleuropas waren die anarchistischen GewerkschafterInnen (AnarchosyndikalistInnen) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Teilen Lateinamerikas sowie in Spanien und Italien die wichtigste Strömung in der ArbeiterInnenbewegung. Ihr Selbstverständnis und ihre Aktionsformen haben die Widerstandskultur in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien, Cuba oder Uruguay maßgeblich geprägt.

Spätestens ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ging ihr Einfluss dann rapide zurück, und nationalistische bzw. sozialistisch/kommunistische Organisationen übernahmen die Führungsrolle in der Gewerkschaftsbewegung. Offensichtlich hat sich die Einschätzung des Charakters von Staaten grundsätzlich gewandelt. Sahen die AnarchistInnen in der Zerschlagung und Abschaffung der Staaten eine Vorraussetzung für die Herstellung sozialer Verhältnisse, wiesen die nationalistischen und sozialistischen Organisationen den Staaten eine zentrale Rolle in der sozialen Umgestaltung der Gesellschaften zu.
In den letzten beiden Jahrzehnten erlebt libertäres Denken in Lateinamerika eine Renaissance. Das zeigt sich zum einen in der Wieder- bzw. Neugründung anarchistischer bzw. anarchosyndikalistischer Organisationen, vor allem aber in den sozialen Bewegungen. Die betonen und – das ist viel wichtiger – praktizieren vielerorts Selbstorganisation und verteidigen ihre Autonomie gegenüber staatlichen Strukturen. Bekanntestes Beispiel für diese Abkehr von staatszentrierten Emanzipationsentwürfen sind die ZapatistInnen in Chiapas.

In ihrer April-Ausgabe gibt die ila erstmalig in deutscher Sprache eine breitere Darstellung der Geschichte und Gegenwart der anarchistischen Bewegungen in Lateinamerika. Dabei interessiert uns vor allem die Frage, was die Erfahrungen der anarchistischen GenossInnen und ihre gesellschaftlichen Entwürfe für uns heute bedeuten und was wir davon für unsere politische Praxis lernen können. Schließlich haben sich die AnarchistInnen schon vor mehr als 100 Jahren von der Tradition der Erlösungsreligionen (irgendwann kommt der Messias, das Paradies, der Kommunismus) verabschiedet und gehen vielmehr davon aus, dass wir Menschen uns unser solidarisches Zusammenleben selbst organisieren und die Konditionen dafür stets neu demokratisch aushandeln müssen.

Der Schwerpunkt „Anarchismus in Lateinamerika“ der ila 354 hat einen Umfang von 42 Seiten (das gesamte Heft 64 Seiten) und kann zum Preis von 5,00 Euro bei der ila (Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel. 0228-658613, Fax 0228-631226, E-Mail: vertrieb@ila-bonn.de, Internet: www.ila-web.de,) bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis und das Editorial anbei. Leseproben finden sich ab Mitte nächste Woche auf www.ila-web.de.

Wen dieser ila-Schwerpunkt besonders interessiert, bestelle die Ausgabe bitte und empfehle sie anderen potentiell Interessierten weiter! Um als unabhängiges Medienprojekt überleben zu können, brauchen wir schließlich Ihre/Eure Abos und Bestellungen – Ein Probeabo (3 Ausgaben) kostet übrigens nur 8,50, ermäßigt für Einkommensschwache sogar nur 7,- Euro.

Empfehlenswert übrigens auch die ila 353 zum Thema Cumbia…ein kleiner Überblick über den Inhalt (mit einigen Leseproben) gibt es hier.

2 neue Videos aus dem Hause Microplatform


Microplatform – antagonista a vita [EK Records 2011]
Acero Moretti, Drowning Dog, Dj Malatesta, Leleprox, La Plataforma
„antagonista a vita“ ist übrigens auch auf unserem Jubiläums-Sampler „Lucha Amada – Musika Rebelde“ auf Jump Up Records


Literal X & C.U.B.A. Cabbal – Orgi/Rage/Rabbia (Greece-Italy), From the 2 new album C.U.B.A. Cabbal – „U.R.L.A.“ and Literal X (out soon)
rapmilitant
MICROPLATFORM:
Born out of disdain for the police violence during the Genoa G8 protests on July 2001, the open collective MICROPLATFORM started in Milan with input from “ La Plataforma“ collective, Madrid. Together they produced various compilation CD’s and recorded pieces, including the d.i.y. CD “ RESISTO “ (Microplatform CD OO) in reference to the brutal homicide of their friend, brother and comrade David Cesare Dax, by fascists’on the 16th of March 2003 in Milano. Microplatform continues to provide a dissenting voice against the huge wave of fascism that Europe is currently going through. M.P. tries to inspire an open collective musical front in support of today’s anticapitalist and anti-fascist international struggles, and also In order to remember all the victims of fascist and state sanctioned murder.