Archiv für Juni 2012

Desechos kommen…

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DESECHOS (Ska, Rap, Rock, Raggamuffin – Guerilla Sounds aus Madrid)
27.07. Berlin, Clash
28.07. Kiel, Alte Meierei
29.07. Hamburg, Hafenklang
30.07. Rebellisches Zusammentreffen, Mützingen im Wendland
31.07. Aachen, Hotel Europa
01.08. Köln, Sonic Ballroom
02.08. Reutlingen, Franz.K
03.08. Augsburg, Ballonfabrik
04.08. Leipzig, Wagenplatz Toter Arm

Desechos – das sind sieben Madrilenen, das ist pure Energie. Power, Kraft und Aussage. Zweistimmiger (w/m) Gesang, Saxophon und Trompete. Schweisstreibende Tanzabende mit Ska, Rap, Raggamuffin, rockigen Gitarren und Reggae-Einflüssen.
Desechos aus Madrid ist die Nachfolgeband der legendären Hechos Contra El Decoro (HCD), die es von 1995 bis 2001 gab und die eine der wenigen Mestizo-Bands waren, die politisch eindeutig Stellung bezogen, internationalistisch agierten und auch musikalisch mit ihrer Fusion aus unterschiedlichsten Musikstilen weltweit Akzente setzten.
HCD brachten vier CDs auf dem internationalistischen Arm des baskischen Labels „Esan Ozenki“, „Gora Herriak“, raus und waren zum einen durch ihre Musik – eine mal relaxte, mal ultratanzbare Mischung aus Hip Hop, Ska, Ragga, Salsa, Funk, Soul, Punk, Drum‘n‘Bass und Reggae – ein wichtiger Bestandteil der Szene. Eigene soziale und politische Projekte wie z.B. ein Soli-Sampler für die Zapatistas in Chiapas („Chiapas/Los Ritmos del Espejo“), den sie in Zusammenarbeit mit der CGT mittels ihrer eigens für solche Zwecke gegründeten „Asociación Cultural Rabiamuffin“ ins Leben riefen, unterstreichen ihre politische Sicht der Dinge ebenso wie ihre zweistimmig vorgetragenen Texte, die teilweise in ihrer Poesie an Briefe von Subcomandante Marcos erinnern. Auch hier wird die Ablehnung herrschender Verhältnisse und die Utopie einer gerechteren Welt zum Ausgangspunkt von Hoffnung und Schmerz.
Ihr Live-Album „Música contra una ejecución. Live.“ erschien als Benefit für Thomas Miller-El, einem zum damaligen Zeitpunkt in den USA in der Todeszelle einsitzenden Afroamerikaners (www.thomasmillerel.org).
Bekannt sein dürften sie auch durch ihr Mitwirken auf Fermin Muguruza’s „Brigadistak Sound System“-Album, wo HCD mit ihm das Lied „Lagun Nazakezu?“ einspielten. Gitarrist Paputxi und Bassist Andres waren und sind zudem auch Mitglied von Fermin Muguruza’s Kontrabanda, mit der er zwischenzeitlich die Welt betourt, und mit der er sein Album „In-Komunikazioa“ aufnahm. Ex-Trompeter Angelo Mancini spielte auf Manu Chao´s Album „Clandestino“ die Trompete.
desechos grupo
Desechos brachten nach einer ersten EP (Rai del Ogro, 2002) 2003 ihr Debut „Cuando es manana“ heraus, welches HCD in eine rockigere Version überführte. Ihre Hymne „Que se vayan todos“ erschien auf mehreren Polit-Soli-Samplern. Zwei (2004 & 2005) erfolgreiche von Lucha Amada organisierte Deutschland-Touren folgten. 2007 folgte mit „2 y Medio“ erst ihr zweites Album mit dem mittlerweile typischen aggresiveren Mix aus Rap, Ska, Rock & Raggamuffin.
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Im April 2007 spielten Desechos dann auf dem Move Against G8-Festival in der ausverkauften Maria in Berlin und auch für das Kieler Move Against G8-Festival im Mai 2007 wurden die sieben Madrilenen extra eingeflogen.
2010 erschien mit „Matatiempo“ eine Zusammenstellung mit Remixen und Originalversionen einiger ihrer Stücke und einem neuen Song.
2011 folgten Desechos einer Einladung des DJ-Kollektivs Lucha Amada zu deren 10 jähriger Geburtstags-Fiesta nach Berlin, mit der auch das Erscheinen des Soli-Samplers „Lucha Amada – Musica Rebelde“ (Jump Up Records) – unter anderem mit einem Desechos-Remix und einem Hechos Contra el Decoro-Klassiker – gefeiert wurde. „…starteten pünktlich um 22h die grandiosen Desechos aus Madrid, mit einem ihrer besten Sets, voller Energie und Leidenschaft. Sie spielten sowohl alte Hits ihrer unvergesslichen Vorgängerband Hechos Contra el Decoro als auch Desechos-Klassiker und natürlich der sauguten Kortatu-Coverversion „Sarri sarri“. Bei „Que te voy a contar“ übernahm das Publikum kurzerhand & überraschend textsicher den Gesangspart…Gänsehaut…Die Meute schrie und tanzte, der Saal bebte…“
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„Die Sprechgesänge der Madrilenen erinnern an nicht enden wollende Salven einer Geschützbatterie, deren Munition die Wut darstellt, aus sozialem Elend und dem täglichen Kampf ums Leben generierend. (…)
Desechos machen Mut, wo andere Bands aud kalkulierten Kommerz setzen. Die Basis bildet das „barrio“, ihre eigene Version der Kollektivität – die im Miteinander der Musiker, vor allem im Fluss männlicher wie weiblicher Vocals, ein fast perfektes Soundgemisch erzeugt.“ (Carsten Purfürst)
„“Wenn wir arbeiten, denken wir nicht an ein Ziel oder Zweck – wir machen’s einfach. Aber wir denken dabei immer sowohl an den Kopf als auch ans Tanzen“, benennt Sänger Nacho Murgui die tanzbare Ausrichtung, die HipHop, Ska, Ragga, Salsa, Funk, Soul und Punk nach Belieben mischt. Weitere feststehende Elemente im Bandsound: der zweistimmige Gesang von Mürgi und Gema „Minsha“ Herreros, ein Saxophon, eingestreute Scratches, die spanische Gitarre und dezente, elektronische Hintergrundbeats.“(Henrik Drüner)
„…ein fettes Gemisch aus Punk, Rock, HipHop und Ragga auf, Crossover wie er leibt und lebt – aber in dieser Intensität und genialen Leichtigkeit wohl nur von spanischen oder lateinamerikanischen Bands eingespielt werden kann…“ (Ox-Fanzine)

Sängerin Minsha ist übrigens auch Part der Hip Hop Band BKC, die 2005 zum Ladyfest in Mannheim eingeladen wurde. Zudem ist sie gern gesehener Gast bei Veröffentlichungen anderer Bands, u.a. bei Fermin Muguruza und Cheb Balowski. Auch Sänger Nacho Murgui ist auf vielen anderen Aufnahmen zu hören: u.a. bei Fermin Muguruza („Radical Chic“), La Vaca Güano & Canteca de Macao.
desechos mata cd
DISCOGRAFÍA
Hechos Contra el Decoro
1995 Bailamos y combatimos (Demo)
1997 Rabiamuffin.
1998 Danza de los nadie.
1998 B.S.O “Barrio”. (VA)
1999 Los ritmos del espejo. (VA)
2000 Línea de Fuga.
2000 Música contra una ejecución. Live.
Samplerbeiträge Hechos Contra el Decoro:
1997 Para Todos Todo Nada Para Nosotros (Gridalo Forte Records)
1997 Festimad
1998 Esparrago
1998 UniverSOnoro Volumen 4
1999 Fermin Muguruza – Brigadistak Sound System
1999 Radical Mestizo
1999 Gora Herriak
2000 Radical Mestizo 2
2004 EZLN – El Fuego y la Palabra
2004 Mundo Mestizo
2011 Lucha Amada – Musika Rebelde

Desechos
2002 EP Rai del Ogro
2003 Cuando es mañana
2007 2 y medio
2010 Matatiempo
Samplerbeiträge Desechos:
2004 Mundo Mestizo
2005 RadioChango Anejo Reserva Vol. 1
2006 Make Capitalism History (Fire & Flames Music)
2007 Los ritmos del espejo Vol. 2
2007 ViertelFund Bewegung (Alte Meierei Soli-CD)
2011 Lucha Amada – Musica Rebelde (Jump Up Records)

somos la fuerza que pone al mundo en movimiento, somos la mano que amasa el pan y muere de hambre, soy Public Enemy number one ingobernable, somos el software libre del otro mundo es posible, somos la base, somos el barrio, somos el pueblo de Seattle y declaramos el fin del fin de la historia, somos presente y somos memoria. (Que se vayan todos – Desechos)

Desechos sind:
Nacho Murgui – Gesang (ex HCD)
Minsha – Gesang (ex HCD)
Antonio – Saxophon (ex HCD)
Manolo – Trompete
Paputxi – Gitarre (ex HCD)
Andres – Bass (ex HCD)
Akin – Schlagzeug
desechos rock
http://desechosweb.com
http://mesdemil.bandcamp.com/track/aguja-de-b-scula
http://mesdemil.bandcamp.com/track/que-se-vayan-todos
www.myspace.com/desechos2ymedio
http://www.radiochango.com/castellano/artistas/Desechos.html
http://luchaamada.blogsport.de/
desechos tour

free mumia

Free Mumia

POLITISCHE REISE NACH HONDURAS

Honduras: Palmöl, Gold und Wasser
Ressourcenabbau und Protest
Politische Reise ca. 05.-26.09.2012

HONDURAS

Die Mehrheit der Bevölkerung in Honduras lebt in extremer Armut. Gleichzeitig besitzt das kleine mittelamerikanische Land jedoch einen bemerkenswerten Reichtum an natürlichen Ressourcen wie Gold, Wasser, Wälder, fruchtbare Böden und tourismus-geeignete Strände. Doch innerhalb des politischen Systems findet keine Umverteilung statt. Das Erstarken der sozialen Bewegungen im Land wurde 2009 brachial mit einem Putsch unterbunden. Eine Rückkehr zur Demokratie hat seit dem de facto nicht stattgefunden. Eine breite vielschichtige Widerstandsbewegung kämpft trotz anhaltender Repression für soziale Gerechtigkeit und politische Partizipation.

Mit dem Putsch hat in Honduras jedoch eine Welle von Privatisierungen und Konzessionierungen von multinationalen Unternehmen und Firmenkonsortien eingesetzt, die mit staatlicher Gewalt durchgesetzt werden. Staudammprojekte werden auch mit deutscher Beteiligung vorangetrieben, gigantische Palmölplantagen entstehen und ganze Wirtschaftsenklaven an der Nordküste sind in Planung.

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Dabei kommt es zu Vertreibungen der ansässigen Bevölkerung, was besonders indigene und Garifuna-Gruppen trifft. Doch auch so stellt sich die Frage, welche Beteiligung die marginalisierte Mehrheitsbevölkerung an diesen Megaprojekten haben kann. Viele Basisorganisationen und kommunale Radios, die sich in der Demokratiebewegung gegen den Putsch organisiert haben, widmen sich dieser Thematik.

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Ziel der Reise ist es, sich mit den aktuellen Auswirkungen des Weltmarktes auf Gesellschaft und Politik der Länder des Globalen Südens auseinanderzusetzen. Dazu soll mit Angehörigen von Basisorganisationen, NGO-Mitarbeiter_innen, Aktivist_innen und Akademiker_innen vor Ort über die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse gesprochen werden.

Welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Einflussnahme gibt es in Honduras drei Jahre nach dem Putsch? Welche Hoffnungen und Ziele haben die Menschen trotz der anhaltenden Repression? Wie werden diese hinsichtlich des durch die Industrieländer forcierten Ressourcenabbaus beeinträchtigt? Welche Möglichkeiten einer staatlichen und gesellschaftlichen Transformation gibt es innerhalb der politischen und ökonomischen Abhängigkeit von USA und Europa? Welche basisdemokratischen Organisationsformen werden entwickelt, die auch für den globalen Norden Vorbildfunktion haben können? Ein besonderer Fokus soll dabei auch auf Indigenen Rechten, Landraub, Ernährungssouveränität, Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmensverantwortung liegen.

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Die Hauptstadt Tegucigalpa wird unsere Basis sein, um unterschiedlichste Organisationen und Institutionen in der Stadt und im ganzen Land zu besuchen: die Künstler_innen im Widerstand, Lenca-Gemeinden im Westen des Landes, Bäuer_innengewerkschaften im militarisierten Aguántal, Garifuna-Organisationen an der Karibikküste, ein kommunales Radio am Golf der Pazifikküste, Gemeinden im Protest gegen Goldabbau im Siriatal u.a.

Termin: ca. 05.-26.09.2012
Leitung: Kathrin Zeiske & Johannes Schwäbl

Kathrin Zeiske schreibt als Freie Journalistin über soziale Kämpfe und politische Prozesse in ganz Lateinamerika und speziell in Honduras. Blog: http://grenzueberschreitend.blogspot.com/

Auch Johannes Schwäbl berichtet regelmäßig über Honduras und ist nach zahlreichen Einsätzen als Menschenrechtsbeobachter heute Mitarbeiter einer indigenen Organisation in Mexiko.

Beide sind Angehörige der Hondurasdelegation, einem Kollektiv aus Aktivist_innen & Journalist_innen aus Deutschland & Österreich, das sich infolge des Putsches 2009 gründete. Blog: http://hondurasdelegation.blogspot.com/

Teilnahmebeitrag: ca. 1.700-1.800 Euro
Weitere Informationen und Anmeldung:honduras@iak-net.de