Archiv für September 2012

Protestmarsch der Flüchtlinge nach Berlin

Zurzeit findet ein Protestmarsch geflüchteter Menschen und solidarischer Genoss_innen von Würzburg nach Berlin statt. Seit dem 08. September läuft die Gruppe durch verschiedene Städte und Dörfer Süd- und Ostdeutschlands um auf die Unterdrückung geflüchteter Menschen in Deutschland und die rassistische Politik der BRD aufmerksam zu machen.

- Um die Residenzpflicht abzuschaffen
- Um die Abschiebungen zu stoppen
- Um die Flüchtlingslager zu schließen
- Um für uns Flüchtlinge in Deutschland bessere Lebensbedingungen in Würde und Menschlichkeit zu erzielen

nehmen wir, die protestierenden Flüchtlinge, es auf uns und werden am 08.09.12 einen 600km langen Weg von Würzburg zu Fuß nach Berlin antreten. Dort werden wir demonstrieren und unsere Forderungen anbringen bis sie erfüllt sind.
wewill
Erklärung der streikenden Flüchtlinge 18.09.2012
Wir kämpfen für die Verwirklichung einer auf Gerechtigkeit und Freiheit basierten Welt

Wir, die streikenden und protestierenden Flüchtlinge in Deutschland, die einen 6-monatigen Kampf hinter sich haben, und uns aktuell in einem Protestmarsch von mehreren Hundert Kilometern befinden, geben bekannt:
1- Wir werden Abschiebungen abschaffen, weil wir überzeugt sind, dass der Lebensort eines Menschen allein auf seinem individuellen Willen und seiner individuellen Entscheidung beruht und nicht auf die politisch-wirtschaftlichen Verhältnisse der Mächte, die Freiheit und Gerechtigkeit in ihren internationalen Schaufenster täglich zur Schau stellen.
2- Wir durchbrachen den eingekreisten Bewegungsradius der Residenzpflicht und unterlassen keine Tat, um ihn praktisch abzuschaffen, weil wir überzeugt sind, dass Bewegungsfreiheit eine der elementarsten Menschenrechte ist.
3- Wir verweigern das erzwungene Leben in den Isolationslagern für Flüchtlinge und die Philosophie einer solchen elenden Erfindung. Das erzwungene Leben in den Isolationslagern gleicht Folter. Wir können nicht mehr Zeuge der tragischen Folgen vom Leben der Menschen in solchen Unterkünften sein.

Wir setzen einen Endpunkt hinter Unterdrückung und deutlicher Ungleichheit.

Heute ist wieder ein beschämender und schändlicher Tag für die Politiker_innen Deutschlands. Am Dienstag, den 18.9.2012 flog ein weiteres Flugzeug vom Düsseldorfer Flughafen ab, um unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit Menschen gegen ihren Willen und ihre Entscheidung zu einem anderen Ort zu bringen. Es geschah eine weitere Massenabschiebung, die wiedermal allen zeigt, dass die Politik auf den Gängen deutscher Parlamente durch politisch-wirtschaftliche Absprachen der Mächtigen entschieden wird und die Trennung von Menschen in „Ausländer_innen“ und „Inländer_innen“ , in „Bürger_innen“ und „Nicht-Bürger_innen“ nach wie vor das Herzstück des politischen Handelns der Politiker_innen bildet. Deshalb sind ihre inhaltlosen Parolen von Gerechtigkeit und Freiheit in internationalen Versammlungen für uns unerträglich anzuhören.
Nein, dies ist kein Ersuchen. Wir hegen keine Hoffnung, von euch Politiker_innen, von euren geschlossenen Augen und tauben Ohren gesehen oder gehört zu werden. Im Gegenteil diese paar Zeilen sind die Bekanntgabe des aufrechten Willens der Flüchtlinge, die nicht mehr willig sind, mittels unmenschlichen Gesetzen vernichtet zu werden. Die Realisierung der obigen drei Paragraphen soll keine Gnade aus Menschenliebe, sondern ein Muss der menschlichen Gesellschaften im einundzwanzigsten Jahrhundert sein. Wir brachten alles, was wir hatten in einem sechsmonatigem Kampf auf die Straße, um dies zu veranschaulichen.
Auf die Straße weil dies der Ort ist, an dem sich unterdrückte Körper zusammenschliessen um sich Freiheit und Gerechtigkeit selbst wieder anzueignen, denn Politik gehört den Menschen selbst und nicht Politiker_innen. Wir, die protestierenden und streikenden Flüchtlinge werden die Abschiebungen abschaffen und lassen nicht zu, dass Flüchtlinge durch die deutsche Regierung in ein ungewisses Schicksal geschickt werden. Um den dunklen Schatten von Abschiebung und Exil aus unseren Alpträumen loszuwerden, gibt es keinen anderen Weg als den bedingungslosen Kampf.

18. September 2012
Das Koordinationskomitee der streikenden und protestierenden Flüchtlinge in Deutschland

www.refugeetentaction.net

Musikalische Solidarität kommt hier von der Band Outernational aus New York, eine heisse (relativ) junge & sehr politische Band, die Rock mit Latin-Einflüssen mischt. Ihr erstes Album „Todos somos illegales“, erschienen im Dezember 2012, beschäftigte sich thematisch komplett mit dem Thema „Grenzen“. Zumeist werden Outernational von Tom Morello von Rage Against The Machiene produziert, der auch hier bei dem Song „Todos somos illegales“ einen Gastauftritt hat (neben Calle 13 und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers). Eine neue EP mit dem Titel „Future Rock“ ist gerade erschienen, die jedoch leider etwas rockiger als das sehr abwechslungsreiche & geniale Album ausfiel.


outernational.net

Mexican Institute of Sound (M.I.S.)

Cumbia Grooves und mexikanische Mariachi-Trompeten treffen auf dunkle Basslines und explosive Beats: Das Mexican Institute of Sound (M.I.S.)! Die neue CD “Político” erscheint Mitte Oktober bei Chusma Records!
Checkt das coole Video zu “México”:

Verfassungsschutz auflösen! Demo in Köln am 10.11.!

vsaufloesen
Von www.vs-aufloesen.de:
Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe potentielle Unterstützer*innen,

hiermit schicken wir Euch den Demonstrationsaufruf des Bündnisses:
„Verfassungsschutz auflösen!“ zu.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr den Aufruf unterstützt! Schreibt dazu
einfach eine Mail mit dem Betreff „Unterstützung“ an:
vs-aufloesen@riseup.net . Wenn Ihr den
Aufruf als Einzelpersonen unterstützen wollt, wäre es schön würden Eure
Funktion (Spreche der Initiative XY usw) angeben würdet. Bitte leitet
den Aufruf an Verbände, Gruppen und Einzelpersonen weiter und macht ihn
in Euren Kreisen publik.

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Verfassungsschutz auflösen — Rassismus bekämpfen
Demonstration am 10.11.2012 in Köln-Chorweiler

Das Bündnis „Verfassungsschutz auflösen!“ ruft für den 10.11.2012 unter
dem Motto „Verfassungsschutz auflösen – Rassismus bekämpfen!“ zu einer
Demonstration in Köln-Chorweiler vor dem Bundesamt für Verfassungsschutz
(BfV) auf.
Vor einem Jahr wurde bekannt, dass die NaziterroristInnen des
Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sieben Jahre lang unter den
Augen der Sicherheitsbehörden zehn Menschen ermorden und zwei
Sprengstoffanschläge verüben konnten. Jahrelang leugnete die Polizei die
rassistischen Hintergründe der Morde und machte die Opfer auch noch zu
Tätern, indem sie in Richtung organisierter „Ausländer-Kriminalität“
ermittelte. Eine Angehörige eines Opfers musste neunmal als Verdächtige
bei der Polizei erscheinen, andere wurden monatelang von verdeckten
ErmittlerInnen ausgespäht.

Die Ermittler und Ermittlerinnen gaben der Sonderkommission den Namen
„Soko-Bosporus“, von den Medien wurde der Begriff „Döner-Morde“ geprägt
und verbreitet. Beide Ausdrücke stellen rassistische Stereotype dar, mit
denen die Gewalttaten verharmlost und die Opfer herabgewürdigt werden.
Diese sind nur Beispiele für einen alltäglichen institutionalisierten
Rassismus, dem Menschen in Deutschland ausgesetzt werden.

Rassismus steckt nicht nur in der Gesetzgebung dieses Landes, auch das
Personal macht keinen Hehl daraus, wo seine Sympathien liegen.
Verschiedene Ebenen in den Verfassungsschutzämtern hatten nicht nur von
den Taten des rechtsterroristischen Trios Kenntnis, sondern
unterstützten das Umfeld des NSU zudem mit bezahlten V-Männern und
-Frauen, von denen eine/r die NaziterroristInnen mit Sprengstoff
belieferte. Mehrmals hatten die Behörden Hinweise auf die
Aufenthaltsorte der zur Fahndung ausgeschriebenen TerroristInnen – und
handelten nicht!

Nach Bekanntwerden der Taten des NSU wurde zudem eine erschreckende
Politik der Verschleierung losgetreten: Geschredderte und verheimlichte
Akten, konsequente Lügen in Untersuchungsausschüssen, wenige, viel zu
späte, Rücktritte von Verantwortlichen.

Man will uns weismachen, dass eine Serie von Pannen die Ermittlung der
Behörden behinderte. Tatsächlich hat die Öffentlichkeit in diesem Fall
einen Einblick in die skandalöse alltägliche Arbeitsweise der
Geheimbehörden bekommen: Sammeln von Informationen und taktisches
Unterdrücken oder Weiterleiten derselben. Individuelle Seilschaften
innerhalb und zwischen den Behörden steuern nach Gutdünken den Umgang
mit Informationen .

Rechte Gesinnung hat beim VS Kontinuität: Gegründet im Jahre 1950 mit
ehemaligen Nazis sorgte er dafür, dass Widerständler und
Widerständlerinnen aus dem Dritten Reich erneut in deutsche Gefängnisse
kamen. In den sechziger Jahren bekämpfte er die Studentenbewegung, in
den siebziger und achtziger Jahren lieferte er das Material für die
Berufsverbote linker AktivistInnen. Vor neun Jahren scheiterten die
Pläne für ein NPD Verbot nicht zuletzt daran, dass diese bis in die
höchsten Führungsetagen von V-Männern/-Frauen und Spitzeln des
Verfassungsschutzes durchsetzt war.

Deshalb: Auf nach Köln. Hauptsitz des Verfassungsschutzes und des
Militärischen Abschirmdienstes MAD und die Stadt, in der zwei
Bombenanschläge des NSU stattfanden.
Für die Offenlegung aller Informationen bezüglich VS/NSU und der
Unterstützung von Neonazis durch den Verfassungsschutz und andere
Geheimdienste!
Für einen Untersuchungsausschuss, in dem alle Menschen dieser
Gesellschaft durch VertreterInnen ihres Vertrauens Zugang zu allen
Informationen haben!
Gegen Rassismus und Ausgrenzung
Solidarität mit den NSU-Opfern und ihren Angehörigen! Entschädigung für
die rassistischen und diffamierenden polizeilichen Ermittlungen.
Verfassungsschutz auflösen — Geheimdienste abschaffen!
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Bündnis „Verfassungsschutz auflösen!“ Website: http://www.vs-aufloesen.de

Wer den Aufruf unterstützen will schickt eine Email mit dem Betreff
„Unterstützen“ an vs-aufloesen@riseup.net
Die Vorbereitung einer Demonstration kostet Geld. Daher freuen wir uns
über Spenden:
Spendenkonto
Inhaber: VVN-BdA
Konto-Nr. 1130469000
BLZ 37010111 (Santander Bank)
Stichwort: auflösen

Kultur Shock mit neuer EP…

ks guru
Die Balkan-Seattle-Punks von Kultur Shock haben mit „Tales of Grandpa Guru, Vol.1″ eine neue EP mit 6 Tracks aus dem Hut gezaubert. Das „Vol. 1″ im Titel lässt erhoffen, dass da bald Teil 2 kommt, denn diese neuen Songs haben es in sich.

Hier das richtig coole Video zu „Stop the Disco“:


www.kulturshock.com

Neues Album von Amparo Sánchez

Das zweite Solo-Album von ex Amparanoia-Sängerin Amparo Sánchez ist auf Kasba Music (yeah, back to the roots!) erschienen. „Alma de Cantaora“ ist natürlich (wieder) ruhiger als Amparanoia, aber viele interessante Gäste versprechen etwas mehr Abwechslung & Druck als zuletzt, Bebe, Charlart58 und Bongo Botrako, Arianna Puello und wiederum Calexico zB. 12 Songs plus eine Reggae-Version des Titeltracks „Alma de Cantaora“ gibt es zu hören.
www.amparosanchez.info