Archiv für Oktober 2012

Zuloak & Fermin Muguruza

Die neue Doku von Fermin Muguruza „Zuloak“ über die gleichnamige Riot-Girl Rockband aus dem Baskenland wird am 2.11. im Rahmen des Baskischen Kino Fests 2012 im Movimiento Kino (Kottbusser Damm 22) gezeigt (20h) baskischkino.blogspot.de. Fermin wird dort anwesend sein.
Am Tag drauf dann die Fiesta zum Film:
03.11. Clash (Gneisenaustrasse 2a): Zuloak – Die Party zum Film!
live:
ZULOAK
(Riot Girl-Rock aus dem Baskenland)
ASTHMATIC LION SOUND SYSTEM
(aka Fermin Muguruza, zusammen mit DJ DZ & Xavi Solano (Esne Beltza)!!)
Lucha Amada djs
(musika rebelde)
Eintritt: mit Kinokarte 5€, ohne 8€, plus 1€ Soli für Iosu Uribetxeberria, einen krebskranken baskischen Gefangenen.
zuloakfermin

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www.muguruzafm.com
zuloak.com
www.euskaletxea.de

Paramilitärische Übergriffe auf zapatistische Gemeinde

Im nördlichen Chiapas kam es in den letzten Wochen zu massiven, bewaffneten Übergriffen auf eine zapatistische Basisgemeinde.

Nachdem Mitte der Neunziger Jahre die offen militärische Bekämpfung des EZLN und seiner sozialen Basis am großen öffentlichen und internationalen Druck auf die mexikanische Regierung scheiterte, setze selbige auf die Strategie des sogenannten „Kriegs niedere Intensität“. Hierzu wurde auf den Aufbau paramilitärischer Strukturen gesetzt. Ausgebildet, finanziert und bewaffnet wurden und werden diese Gruppierungen von der Mexikanischen Armee, den verschiedenen Polizeistrukturen und lokalen Machthaber_innen (Gouverneure, Munizipalpräsidentinnen,etc.). Oftmals wurden hierfür Gemeinden ausgewählt die sich direkt neben zapatistischem Territorium befinden, häufig sind Gemeinden auch intern in ein Zapatistisches und ein Pro-Regierungslager gespalten (so auch im aktuellsten, im folgenden beschriebenen Fall der Gemeinde Commandante Abel). Als Anreiz für den Kampf gegen die zapatistischen Autonomiebestrebungen wird den Paramilitärs häufig das von den Zapatisten besetzte Land versprochen. Auch materielle Zuwendungen wie das Bauen von Häusern mit Betonboden oder das verschenken von Vieh an die größtenteils bitterarme Landbevölkerung gehören zum Repertoire der Zurückdrängung zapatistischen Einflusses. Paramilitärische Gruppierungen wie „Paz y Justicia“ und „Movimiento Indigena Revolucionario Antizapatista“, sind für zahlreiche Vetreibungen, Überfälle, die Zerstörung von Feldern und Nahrung, Viehdiebstahl und nicht zuletzt zahlreiche Morde und Folterungen während der letzten beiden Jahrzehnte verantwortlich. Während die mexikanische Armee in Chiapas nach wie vor massiv Präsent ist, sich aber mit direkten Aktionen zurückhält, übernehmen die paramilitärischen Gruppen die Drecksarbeit. Die aktuellen Übergriffe auf zapatistische Basisgemeinden sind im Kontext dieser schon über 15 Jahre andauernden Militärstrategie zu sehen.

Übergriffe auf die „Neue Gemeinde Comandante Abel“:

Comandante Abel ist eine im nördlichen Chiapas gelegene zapatistische Gemeinde die erst seit Mai diesen Jahres existiert. Nach anhaltenden Drohungen und Übegriffen in ihrer alten Gemeinde San Patricio, die intern gespalten ist, beschlossen die zapatistischen Bewohner_innen eine neue Gemeinde zu gründen. Aber auch in ihrer neuen, auf zapatistischem Autonomiegebiet gegründeten Gemeinde, sind die ehemaligen Bewohner_innen San Patricios nicht vor Übergriffen sicher. Nach anhaltenenden Drohungen während der letzten Monate begannen Anfang September, pünktlich zur Erntezeit, Mitglieder von „Paz y Justicia“ rund um die sich im Aufbau befindende zapatistische Gemeinde Stellung zu beziehen. In einem von der Organisation Promedios veröffentlichen Video-Interview berichtet ein Bewohner von Comandante Abel von der Ankunft von 50 Paramilitärs die am 6. September in direkter nähe zur Gemeinde ihre provisorischen Lager aufschlugen. Während der nächsten Tage stieg die Zahl der Paramilitärs auf über 150 an und die Drohungen der letzten Monate wurden in die Tat umgesetzt. Mehrfach wurde mit großkalibrigen Waffen gezielt auf Wohnhäuser und Gemeindemitglieder geschossen, verletzt wurde niemand. Aufgrund der Schüsse und der mehrfach ausgesprochener Todesdrohungen trauten sich die Zapatist_.innen nicht mehr auf ihre Felder, was grade während der Erntezeit fatal für die größtenteils von Subsistenzwirtschaft lebenden Kleinbauern ist. Als nach einigen Tagen Belagerungszustand die Situation unerträglich wurde, beschloss der Großteil der Gemeinde zu fliehen. Während einige Gemeindemitglieder weiterhin in Comandante Abel ausharren, hat der Großteil der Gemeinde Zuflucht in benachbarten Zapatistischen Gemeinden gefunden, nachdem sie sich mehrere Tage schutzlos in den Bergen aufhielten, was grade während der Regenzeit zur Erkrankung nicht nur der anwesenden kleinen Kinder führte. Im Laufe der letzten Woche wurde eine von mehreren linken und Menschenrechtgruppen getragene Karawane in die betroffenen Gemeinden durchgeführt um die Übergriffe zu dokumentieren und sich mit den Betroffenen zu solidarisieren. Dabei entstand unter anderem dieses von Promedios produziertes Video:

Während einer im Anschluss gehaltenen Pressekonferenz verurteilten die Mitglieder der Karawane die Angriffe auf die Bewohner Comandante Abels und berichteten von den zahlreichen psychischen, körperlichen und materiellen Folgen der Vetreibung, Übergriffe und Drohungen. Der zuständige Rat der Guten Regierung (Junta del Buen Gobierno, zapatische Autonomieregierung) Roberto Barrios bittet alle Menschen „mit gutem Herzen“ die aktuellen Geschehnisse weiter zu verfolgen und sich mit den Menschen aus Comandante Abel zu solidarisieren. Die Beobachtung und kritische Auseinandersetzung mit mit den zapatistischen Autonomiebestrebungen und die Schaffung einer linken Gegen-Öffentlichkeit ist und bleibt also auch weiterhin notwendig.

Jovine feat. O‘Zulu – Napulitan

Jovine aus Neapel mit einem relativ neuen & schönem Video, einem wichtigen Statement zur Zeit. Bei „Napulitan“ singt O´Zulu von 99 Posse mit. Das Lied ist vom neuen Album „Sei“. ama la musica. odia il razzismo!

Filmtipp: SACHAMANTA

sach
SACHAMANTA von Viviana Uriona
Der Norden Argentiniens im Jahre 2000: Auf einem Kongress beschließen die im Movimiento Campesino Santiago del Estero (MoCaSe-Via Campesina) organisierten bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften etwas bis dahin Unerhörtes. Sie werden eigene Radiostationen aufbauen und betreiben. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass die Massenmedien ihre Lebenssituation entweder ignorieren oder verfälschen.

Heute existieren bereits fünf Sender. Die Campesinos nutzen sie, um über die Weite des Landes hinweg unzensiert Botschaften auszutauschen. Die Radios schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Sie stärken den Kampf der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Landraub und Unterdrückung. Und natürlich bringen diese Sender endlich auch die Musik der Campesinos.

Es geht darum, gehört zu werden. Viviana Uriona gibt in ihrem Dokumentarfilm den Entrechteten und Widerständigen eine Stimme. Sie liefert keine Interpretation der Erzählung, sondern gibt ihren Protagonisten die Möglichkeit — gleichlaufend zu Forderungen nach eigenen Radiostationen — nackt und ungeschützt zu sagen, was Sache ist. Im Film zerschneiden die Bauern in subversiven Akten die Stacheldrahtzäune der Konzerne, gleichzeitig fallen in den Köpfen der Zuschauer die bisher sicher geglaubten Grenzen des Machbaren. Unmögliches erscheint greifbar nah.

kameradisten.de

Spielzeiten:
Berlin:

*Moviemento* Mo. 22.10. um 19 Uhr

*Acud* Do. 25.10. um 19 Uhr

*Lichtblick Kino* Mo. 29.10. um 19 Uhr und Di. 30.10. um 19 Uhr

*Brotfabrik* Do. 15.11 um 18 Uhr und Fr. 16.11 um 18 Uhr

(Weitere Vorführungen gibt es in Köln, Marburg (Globale), Hamburg, Dresden, Leipzig, Basel etc. Eine Liste davon gibt es auf der Seite der Kameradisten.

Las Cafeteras – „La Bamba Rebelde“

que sabroso….

lascafeteras.com