Archiv für April 2015

Ausstellung von Gran OM in Berlin

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Vom 25.04. bis zum 02.05. ist eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers und Aktivisten Gran OM in Berlin zu Gast: die WAKE THE TOWN Exhibition. Begleitet wird er – wie bei der kompletten Ausstellungstour durch Europa – von dem mexikanischen Reggae-Sänger Lengualerta, der schon desöfteren Europa betourte. Seit knapp 10 Jahren verbindet er Reggae mit der Kultur lateinamerikanischer Protestkultur.

Am 25.04. ist die Ausstellungseröffnung in der Galerie im Yaam (Urban Art Gallery, An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin); sie startet um 19Uhr mit einem sehr speziellen Konzert mit iLLBiLLY HiTEC feat. Longfingah & Lengualerta (mexico df) & Lucha Amada djs.

Der Eintritt ist frei.

Die Lage in Mexiko ist verzweifelt. Seit Jahren liefern sich diverse Drogenkartelle untereinander und mit staatlichen Instanzen einen erbitterten Kampf. Täglich fordert dieser innerstaatliche Krieg Opfer – und das auch unter Nichtbeteiligten (ca. 70.000 Tote und 30.000 Verschwundene bisher). Morde, Vergewaltigungen, Entführungen und Hinrichtungen sind eine tägliche Gewissheit dieser Brutalität. Vor diesem Hintergrund ist eine logische Konsequenz, dass sich viele Menschen gegen diese Gewalt positionieren. Vor allem auch gegen die Korruption staatlicher Bediensteter, die zum Teil in die Machenschaften involviert sind.

Auch in der Reggaeszene hat sich eine Gegenbewegung entwickelt. Neben Künstlern wie Lengualerta und dem Mexikan Soundsystem taucht immer wieder ein Name auf: Gran OM!

Als bildender Künstler definiert er sich selbst vor allem als Filmemacher. Neben Dokumentationen und Musikvideos dreht er in seiner Reihe „Videoclip & Discurso“ politisch engagierte Filme.

Protesta heisst ein Video-Projekt von Gran OM, der hier neben Lengualerta speziell für ein Lied & Video eine Reihe talentierter RapperInnen um sich schart. Der Song und das Video zu „Protesta“ ist eine Unterstreichung des Rechts auf Protest, gerade in Zeiten zunehmender Repression & Kontrolle, nicht nur in Mexico.
Der Riddim ist von Bungalo Dub, die MCs sind (in Reihenfolge ihres jeweiligen Gesangparts):
Mare Advertencia Lirika, Real Stylo, Lucio La Rua (Casa Verde Colectivo), Mexikan Soundsystem, Van-T, Olinka (Sound Sisters), Choko (Rap De Luz), Weroman, Manik B, Dawta-G, Facto MC, 420Stilo, Lengualerta, MC Lokoter, Sista Freedom.

Gran OM und der Sänger Lengualerta haben kürzlich das Video zu „For Those“ featuring Wally Warning und Ana Sol produziert. Die emotionalen Bilder greifen die Entführung von 43 Studenten aus Ayotzinapa im September 2014 auf. So wie es derzeit aussieht, sind alle ermordet worden.

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Nebenbei gestaltet Gran OM unermüdlich Plakate. Für Reggae-Events und den Protest. Bei der Gestaltung orientiert er sich an der Ästhetik der Zapatisten und der Black Panther Bewegung. Dennoch hat er eine ganz eigene Bildsprache entwickelt, die die Vergangenheit aufgreift und sich zugleich modern präsentiert.

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Die Öffnungszeiten der Ausstellung in Berlin:
Sa 25.4 19:00-23.00
So 26.4. 13:00-17:00
Mi 29.4. 17-20:00
Do 30.4. 17-20:00
Fr 1.5. 15-20:00
Sa 2.5. 15-20:00

twitter.com/GranOM

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Gran OM is a graphic artist and filmmaker born and raised in Mexico City.

His aesthetics have been directly influenced by social movements like squating, Zapatismo, the Black Panthers Party, the Palestinian resistance, indigenous autonomous communities, among others. His work is multidisciplinary, ranging from popular printing, graphic design, gig poster and propaganda, all the way to filmmaking with documentaries and music videos, linked to social and political processes, human rights and spiritual reflections. His incursion in music video direction and production starts in 2010 with “Tu Nombre” and “Reverdeciendo” for Lengualerta (Mexico), “One Love” for Ras Levy (Mexico) and “Mi Kamino” for Moyenei (Chile). He has designed the art for albums, logos and flyers for Lengualerta, Aire Nuevo, DawtaWG (México) Nueva Alianza (Argentina), Fusion Square Garden (Switzerland), García MC (Galicia), and Illbilly HiTec (Germany), and others.

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Gran Om has exhibited his work both in and outside of Mexico, his most recent show being well received in Chicago, especially by the latin community. Two of his main projects right now, “Propaganda & Conscience” and “Music Video & Discourse” have a social and political perspective. “ Propaganda & Conscience ” communicates through the printed poster, hung or given away at street level, and the digital medium that is spread massively and internationally through social networks. The natural place for propaganda has always been the street but conditions have changed and this project seeks to occupy every available medium, including unusual spaces for propaganda spaces like galleries and museums. In “Music Video & Discourse”, film is used as a tool fortangible transformation by making visible present social conflicts. One of its main objectives is producing music videos with artists commited with their communities and assuming a proactive point of view; to change the logic of music industry, its behavior, its forms and rhythms which normally follow purely economic interests.

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Hier ein Zeitungsbericht über die Zapatist@s mit einem Bild, aufgenommen vor einem Mural/Wandbild von Gran OM im Caracol Morelia del EZLN, Chiapas, Mexico, 2013
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Einen guten Artikel über Gran Om & Lengualerta gibt es auch in der taz -> hier.

Lass uns nicht wie SklavInnen leben

Ein besonderer Filmtipp (komplett, mit deutschen Untertiteln!): Lass uns nicht wie SklavInnen leben. Ein Film über den Widerstand in Griechenland, über Selbstorganisation und eine lebendige Utopie…ein Film, der Mut macht (& mit einem tollen Soundtrack…)!

Ein Film von: Yannis Youlountas
August 2013 / Änge: 89 Minuten

Aus den griechischen Katakomben Europas steigt ein Raunen auf und schwillt an, bis es den ganzen verwüsteten Kontinent erfasst: “Lass uns nicht wie SklavInnen leben” (Griechisch: “Na min zisoume san douli”).

Auf Häuserwänden der Städte und Felsen im Land, auf leeren oder zerstörten Plakatwänden, in alternativen Zeitungen und über Rebellensender, auf besetzten Grundstücken und in Selbsthilfezentren, die immer zahlreicher werden, verbreitet der griechische Widerstand diesen Slogan, Tag für Tag. – er lädt uns ein, in den Chor der unterschiedlichen Melodien dieses Films einzustimmen.

Eine frische Brise, Spannung und Utopien, die wahr werden – steigen aus dem Ägäischen Meer.

(von www.x-pressed.org)

nevivonspluscommedesesclaves.net

Vom selben Filmemacher, Yannis Youlountas, gibt es in Kürze einen weiteren Film – JE LUTTE DONC JE SUIS – diesmal auch über die Kämpfe gegen die Krise in Spanien.

jeluttedoncjesuis.net

99 Posse & Banda Bassotti & Fiesta Lucha Amada in Berlin

17.04. SO36: 99 Posse + Banda Bassotti + Lennon Kelly & anschliessend Fiesta Lucha Amada (Musica Rebelde, Latin-Ska, Patchanka, Punky Reggae, Radical Mestizo, Raggamuffin, Hip Hop, Cumbia…)
Für alle, die nicht zum Konzert gehen (können) – die aftershow fiesta nach dem Konzert mit lucha amada ist übrigens gratis (auch im SO36…)!
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Wir freuen uns die 99 Posse das erste Mal live in der BRD begrüssen zu dürfen.
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Am 25. März 2014 veröffentlichten 99 Posse ein neues Album: „Curre Curre Guaglio 2.0″ ist jedoch nicht ganz neu, es ist die Neuinterpretation ihres Debutalbums „Curre Curre Guaglio“, welches vor 20 Jahren (genau gesagt 1993 auf Flying Records) das Licht der Welt erblickte und Geschichte schrieb. Hits wie „Curre Curre Guaglio“, „Rigurgito Antifascista“, „Odio“, „Rappresaglia“, „Ripetutamente“ oder „Napoli´“ waren sowohl musikalisch wegweisend als politisch immes wichtig. Selbst das Magazin „Rolling Stone“ stufte „Curre Curre Guaglio“ in einer Liste der 100 schönsten italienischen Musikalben überhaupt auf Platz 49 ein.
Neben 4 neuen, unveröffentlichten Songs werden die alten Hits auf „Curre Curre Guaglio 2.0″ einer Frischzellenkur unterzogen – die Texte sind nahezu unverändert geblieben. Darüberhinaus setzen J-Ax (ex Articolo 31), Sangue Mostro oder Jovine, um einige zu nennen, dem neuen Sound als Gastsänger ihren eigenen Stempel auf.

99 Posse existieren seit dem 9. Oktober 1991 – einer Zeit, in der eine neue
Hausbesetzungswelle Italien überschwemmte.
So entstammen auch 99 Posse aus dieser Szene, entstanden sie doch
direkt aus dem „Sozialen Zentrum“ (centro sociale) „Officina 99″.

Viele der zu dieser Zeit entstandenen „centri sociali“ hatten ihre
eigenen „Hausbands“ oder ihren eigenen musikalischen Arm, Rap
fungierte als Sprachrohr, als direkter Informationskanal und radikale
Ausdrucksform gegen soziale Mißstände, Rechtsruck und den Golfkrieg.
99 Posse´s Lied „curre curre guaglio“, welches von der Besetzung des
„Officina 99″ und den folgenden Straßenkämpfen mit der Polizei
erzählt, wurde quasi zur Hymne der Bewegung…

„Der 22.9.1991, ein Tag wie jeder andere,
aber sicher nicht für denjenigen, der seit Tagen, Monaten, Jahren kämpft,
gegen einen Staat, der einen Käfig baut.
Unterdrückung, ja Achtung, ich sage Unterdrückung,
hör diese Worte aus Haß und Liebe…
Die Stärke um ehrlich oben zu bleiben, ist sehr fragil, Junge, sehr fragil,
vielleicht ist es der Junkie, der unter deinem Balkon stirbt,
vielleicht die unerwartete Last, vielleicht die Massenkündigung des Chefs,
vielleicht das Lachen im Gesicht des Carabinieri,
ich kanns nicht sagen, was es ist, wie diese Hitze entsteht,
aber ich weiß genau, wie sie brennt, sengt, bebt und dein Leben verändert
und du kannst es nicht erklären, dein Leben scheint für andere absurd,
aber du tust das Richtige, denn das Brennen hat es dich gelehrt,
was in deiner Brust brennt, aber eine gute Sache ist entstanden,
das centro sociale ist geboren und jetzt wollen sie uns da
raushaben…“
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War die gesamte Szene aus den „centri sociale“ nie rein auf den Rap
begrenzt, sondern mixte – meist auf italienisch oder im örtlichen
Dialekt – überaus eigenwillig Rap und Hip Hop mit Raggamuffin, Reggae
und alten musikalischen Traditionen, so war auch die Musik der 99
Posse nie mit einem Wort zu fassen. Damals noch ohne ihre Sängerin
Meg, d.h. nur mit ´O Zulú am Gesang, war ihre Musik eine tanzbare
Mischung aus Rap, Hip Hop und Ragga.
Seit ihrer ersten CD „Curre curre guaglio“ hat sich viel getan und
noch mehr geändert, ihren Idealen und den fortschrittlichen, linken
Bewegungen, deren aktiver Teil sie auch heute noch sind, sind sie
immer treu geblieben. Auch wenn sie in Italien mittlerweile weit mehr
als 140.000 CDs verkaufen und dementsprechend groß sind.

Sechs weitere CDs und diverse Kollaborationen mit den
unterschiedlichsten MusikerInnen folgten (z.B. Mad Professor, Zion Train,
Bisca, Linton Kweesi Johnson, General Levy, Daniele Sepe, Almamegretta,
Speaker Cenzou, Papa Ricky,Kwanzaa Posse,…).
Auch musikalisch entwickelten sich 99 Posse fortlaufend weiter. Neben
dem Zugang von Meg als zusätzliche Sängerin etablierte sich zusehends
eine Annäherung an elektronische Stile. Drum´n´Bass in Verbindung mit
Rap und Ragga sowie der zweistimmige Gesang und die politischen Texte
machen den Sound der 99 Posse zu einem nie langweilig werdenden
Soundtrack zur Revolution.

99 Posse, die mittlerweile mit „nove nove records“ ihr eigenes Label
haben (Veröffentlichungen anderer Bands z.B. Narcolexia, Reggae
National Ticket, Balaperdida oder Speaker Cenzou), unterstützen auf
vielfältigste Weise soziale Bewegungen.
Selbst häufig im Zentrum der Repression seitens der italienischen
Behörden – es gab mehrere Ermittlungsverfahren gegen die
Bandmitglieder, auch Radioboykotte – solidarisieren sie sich explizit mit allen
Unterdrückten dieser Erde und verstehen sich selbst als
KommunistInnen.
Ein längerer Besuch bei den Zapatisten in Chiapas/Mexico oder auch
ihre Live-Auftritte im Rahmen der Proteste gegen Kapitalismus und
Neoliberalismus z.B. in Genua sprechen hier ihre eigene Sprache…
2005 war dann erstmal Schluss, die Band löste sich auf, machte aber
ab 2009 weiter – ohne Sängerin Meg (die jetzt unter dem Namen Meg solo unterwegs ist).

99 Posse sind:
‚0 Zulù (Luca Persico) – Gesang
Kaya Pezz8 (Marco Messina) – Samples/Dub Master
JRM (Massimo Jovine) -Bass
Sacha Ricci – keybords

Diskographie:

1992 99 Posse „Rafaniello/Salario Garantito“ EP
1993 99 Posse „Curre Curre Guaglio“ CD
1994 Bisca99Posse „Incredible Opposizione Live“ Do-CD
1995 Bisca99Posse „Guai A Chi Ci Tocca“ CD
1996 99 Posse „Cerco Tiempo“ CD
1998 99 Posse „Corto Circuito“ CD
2000 99 Posse „La Vida Que Vendra´“ CD
2001 99 Posse „NA 99 10´“ Do-CD
2011 99 Posse „Cattivi Guagliuni“ CD
2014 99 Posse „Curre Curre Guaglio 2.0″ CD

www.novenove.it

La Raiz

Hier ein neues Video von den tollen La Raiz aus Valencia, das Lied „Elegiré“ ist vom letzten Album „Así en el cielo como en la selva“.



www.laraiz.es

HK et les Saltimbanks

hk
Ein neues Album von HK et les Saltimbanks kommt am 20. April raus: „Rallumeurs d‘étoiles“. HK, das ist Kaddour Hadadi, ehemals Mitglied bei M.A.P. – Ministère des Affaires Populaires – revolutionärer Hip Hop mit Chanson-Einschlag (& Akkordeon & Geige!). HK et les Saltimbanks machen eine Mischung aus französischem Chanson, Reggae und zuweilen Châabi (insbesondere bei dem Nebenprojekt HK et les Déserteurs). Zwischen so begnadeten Alben wie „Citoyen du Monde“ (2011) und „Les Temps Modernes“ (2012) und allerlei politischem Aktivismus findet Kaddour Hadadi dann auch immer noch Zeit, Romane zu schreiben. Nach „J‘écris donc j‘existe“ 2012 erschien zuletzt mit „Neapolis“ bereits sein zweites Buch.


www.saltimbanks.fr