Archiv für den 28. Januar 2020

Brandneu: Dubioza Kolektiv – Fakenews

Dubioza Kolektiv – Fakenews
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Das 2003 in Bosnien und Herzegowina gegründete Dubioza Kolektiv macht uns die Ehre mit ihrem neunten Album. Mit „Fakenews“ gehen sie selbstbewusst und powervoll weiter ihren Weg, mixen Ska, Reggae, Punk, Hip Hop mit elektronischen Zutaten und Balkan Beats.
Im Gegensatz zum letzten Album „Pjesmice Za Djecu I Odrasle“ aus dem Jahre 2017, wo sie wieder, wie in ihrer Anfangszeit auf bosnisch sangen, verbreiten die sympathischen Sieben von Dubioza Kolektiv ihre Message auf „Fakenews“ hauptsächlich auf englisch. Daneben gibt es, zusammen mit der mexikanischen Ska-Band Los de Abajo, einen Song auf spanisch und sogar einen auf französisch, der allerdings mit einer Suchmaschiene übersetzt wurde. „French Song“ ist dabei nicht viel mehr als ein Fun-Song.
Der Rest der Platte geht mächtig nach vorne und hat auch was zu sagen, wie meistens bei Dubioza Kolektiv. Ihre Message ist of ironisch vorgetragen, aber z.B. in dem ersten Track des Albums „Cross the Line“, erneute Kooperation mit Manu Chao, ist die Sache eindeutig und hart wie die Realität für viele Menschen ist: „Bloody, bloody borders. Freedom is no crime.We will cross the line“. Auch beim zweiten Song geht es um das Thema Migration. In „Space Song“ featuring Earl Sixteen wollen sie aufgrund der aktuellen Weltlage ihr Glück als Refugee im Weltraum versuchen („fakenews, no no, don´t believe them, just wanna run away to freedom“).
Auch der folgende Track „Minimal“ featuring Soviet Suprem ist eine Bombe, der in ihrer so typischen Manier hier auch sehr elektronisch losrockt, um dann mit Balkan Brass auf Speed allen auf dem Dancefloor ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Beim darauf folgenden Track mit Los de Abajo geht’s dann in Richtung Cumbia mit Trap-Einschlag, und wir merken wieder, wie nah der Balkan (musikalisch!) manchmal an Mexiko ist. „Take my job away“ mit Gastmaschiene „Robby Megabyte“ am Gesang ist eine fetzende, augenzwinkernde Kritik an Künstlicher Intelligenz. Auch beim Rest des mit 9 Tracks leider viel zu kurzen Album gehen Dubioza nicht vom Gaspedal, manchmal mit etwas mehr Gitarren, mal mehr Ska, sehr oft sehr elektronisch, aber immer 100% Dubioza Kolektiv! Wie immer gibt es das Album auf ihrer Homepage als kostenlosen Download.
https://dubioza.org/

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