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Vendetta auf Tour

vendetta gira
Vendetta wurde 2009 von Javier Exteberria und Luisillo Kalandraka gegründet. Die beiden Musiker spielten bis zur Auflösung der Band vorher während 10 Jahren bei der bekannten Ska-Band Skalariak. Von der letzten Skalariak-Formation stiessen noch der Schlagzeuger Enrikko Rubiños und der Trompeter Ruben Antón zu Vendetta. Komplettiert wurde die Band durch Pello Reparaz, einem jungen sehr talentierten Multi-Instrumentalist. Schon die erste CD mit dem Titel „Vendetta“ liess die Musikszene aufhorchen und ebnete den Weg für die weiteren Erfolge. Das musikalische Konzept von Ska, gemischt mit Punk, Skinhead-Reggae, Rock, Latin Hardcore und Reggae wurde während den Jahren ständig verfeinert. Es folgten die Alben „Puro Infierno“ 2011, „Fuimos, somos y seremos“ 2012, „13 Balas“ 2014 und „Bother“ 2016.
Live ist Vendetta absolut explosiv! Sie vermögen das Publikum schon nach wenigen Takten in ihren Bann zu ziehen. Die Spielfreude und die super Bühnenpräsenz schwappen sofort auf die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher über. Vendetta spielte schon hunderte Konzerte im Baskenland, Katalonien, Spanien, Frankreich, Schweiz und Lateinamerika. Auf der Iberischen Halbinsel gehören sie zu den beliebtesten und bekanntesten Bands ihres Genres!
Vendetta ist aber nicht nur Spass und Musik, sie haben auch eine klare, linke politische Meinung, die sie in ihren Songtexten zum Ausdruck bringen. Sie reihen sich in die Tradition der politischen Ska-Bands aus dem Baskenland wie Kortatu, Skunk, Betagarri, Sagarroi und Skalariak ein.
Jaiak bai, borroka ere bai!, feiern ja, aber auch kämpfen, wie die Basken zu sagen pflegen!

18. Mai Gartenbeiz zum Gaul Zürich
19. Mai Reitschule Bern
20. Mai Royal Baden
21. Mai Sedel Luzern
24. Mai Felsenkeller Leipzig
25. Mai Musa Göttingen
26. Mai Kulturverein Raum 2 Neutramm Wendland
27. Mai Clash Berlin

Vendetta sind auch auf unserem Sampler „Lucha Amada II – Love music. Hate fascism“ (Jump Up Records). Hier das Video zu dem Schmuckstück („Botella de ron“):

Dubamix – Dub militant

dubamix single

Nach „Mix A Dub“ (2008) und „Pour qui sonne le dub“ (2014) haben die französischen Dub-Militanten Dubamix eine neue Single (auch auf Vinyl) mit 2 neuen Songs veröffentlicht: „P’tits tracts“ und „Initials RBB“. Bei „P’tits tracts“ wird eeendlich mal das alte yiddische anarchistische Lied „hey, daloy politsey“ gesampelt! Glückwunsch für diesen Fund! Siehe das Video zu dem Lied unten. Géraldine von LaTwal singt bei diesem feministischen Tribut auch! Sehr cool, und abwechslungsreich, politisch & tanzbar wie immer!

Wie immer bei Dubamix könnt ihr die Songs auf ihrer Seite gratis downloaden: www.dubamix.net

„In ale gasn/Hey, hey, daloy politsey!“(„Down with the Police“):

Die neue ila ist da

ila Ausgabe Nr. 404, April 2017: Ende einer Ära? Linksregierungen in Lateinamerika

Editorial

Die Welt rückt nach rechts. Nicht nur in den USA oder Europa. Angesichts von Schreckgespenstern wie Trump, Le Pen und Petry geraten die südamerikanischen Rechten wie Macri oder Temer hier ein wenig aus dem Blickfeld. Dabei sind letztere eifrig dabei, die Errungenschaften des linken Zyklus in Lateinamerika zu zerstören.

Der linke Zyklus. Damit ist die bemerkenswerte historische Konstellation in Südamerika gemeint, die nach der Jahrtausendwende Gestalt annahm: In einem Land nach dem anderen gewannen linksgerichtete Kräfte demokratische Wahlen und griffen die Kritik der sozialen Bewegungen an den neoliberalen Verwüstungen der vorherigen Jahrzehnte auf, versprachen Umverteilung und mehr Gerechtigkeit. Einige nahmen gar Begriffe wie „Sozialismus“ oder „Bürgerrevolution“ in den Mund. Selbstbewusst sorgten die beteiligten Regierungen für regionalen Zusammenhalt, schufen beispielsweise die Gemeinschaft südamerikanischer Nationen UNASUR oder das Bolivarianische Bündnis ALBA. In Ländern wie Bolivien oder Ecuador entwickelten Bewegungen und Regierungen Konzepte für eine andere Gesellschaft in verfassunggebenden Prozessen; neuartige transformatorische Ansätze wie die „Rechte der Natur“ oder das Ziel des Buen Vivir, des „Guten Lebens“, beflügelten (öko-)soziale Bewegungen weltweit. Oder, wie es eine unserer Autorinnen schreibt: „Einen solchen Aufwind hatte die soziale Emanzipation seit den späten 1960er-Jahren nicht mehr erlebt.“

Und nun ist der linke Zyklus in Lateinamerika nach nicht einmal eineinhalb Jahrzehnten an sein Ende gekommen. Ist die Rechte nun wieder im Aufwind? Einige verneinen diese Frage und verweisen etwa auf Uruguay, wo die Frente Amplio nach wie vor recht hohe Zustimmung genießt, oder ganz aktuell auf Ecuador, wo Lenín Moreno, Präsidentschaftskandidat von Correas Gnaden, am 2. April knapp die Stichwahl für sich entschied. Andere meinen, dass es so etwas wie einen linken Zyklus nie gegeben hat: Schließlich hätten alle (Mitte-)Links-Regierungen auf ein extraktivistisches Modell gesetzt, das ihre Länder auf die Rolle des Exporteurs von Primärgütern festnagelte, wobei Umweltzerstörung und Vertreibung der lokalen Bevölkerung als Kollateralschäden hingenommen wurden. Armut und Ungleichheit seien zwischen 2002 und 2012 nicht nur in den progressiv regierten Ländern zurückgegangen, sondern in der gesamten Region, also auch in rechtsregierten Ländern wie Peru oder Kolumbien (Zahlen der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika bestätigen dies). Damit sei hinreichend bewiesen, dass die sozialen Errungenschaften allein dem Preisboom für Rohstoffe aufgrund der gewachsenen Nachfrage aus China geschuldet waren und nicht der Politik der progressiven Regierungen. Letzteren Arguments bedienen sich allerdings auch rechte KritikerInnen.

Andere wiederum finden, die Rechtswende habe bereits unter den (Mitte-)Linksregierungen selbst begonnen: Sie legten ihre einst systemverändernden Ansätze schnell ad acta, kungelten mit nationalen wie internationalen Kapitaleignern, KritikerInnen wurden befriedet und eingebunden oder, wenn dies nicht gelang, bekämpft und verfolgt. Von dem reformerischen Ansatz, mehr Staat zu wagen, um mit Sozialprogrammen umzuverteilen, Armut zu lindern, Gewinne aus Ressourcenverkäufen für den Staat und somit das Gemeinwohl abzuschöpfen, ist mitunter nur die autoritäre Seite des starken Staates übrig geblieben, der repressiv gegen kritische Stimmen vorgeht.

Doch auch wenn wir Regierungen wie die ecuadorianische oder die bolivianische für ihre zunehmend autoritären Tendenzen kritisieren, dürfen wir niemals vergessen, dass dies überhaupt nicht zu vergleichen ist mit dem brutalen und mörderischen Umgang mit oppositionellen Kräften in Mexiko, Honduras, Paraguay oder Kolumbien, also in Ländern, wo zum Beispiel transnationale Bergbauunternehmen noch ungehinderter und noch weniger besteuert ihren Raubbau und ihre Zerstörung betreiben können. Insofern ist es vielleicht falsch, immer nur die linken Regierungen für ihre Fehler zu geißeln. Sollte man nicht vielmehr da-rauf achten, was sie in Zeiten allgemein rechter, neoliberaler Hegemonie verhindert haben? So erreichte uns im Vorfeld die Kritik an unserer Fragestellung, etwa im Hinblick auf Brasilien. Eigentlich hätte man dort gar nicht von einer Linksregierung sprechen können, schließlich hatte die Arbeiterpartei zuletzt nicht mehr als 14 Prozent der Sitze im Abgeordnetenhaus, zu Lulas Zeiten nie mehr als 25 Prozent. Die Rechte verfügte also stets über die parlamentarische Mehrheit. „Die Leute haben den charismatischen Lula gewählt, nicht die PT. In Brasilien gab es keine ‚linke‘, sondern eine ‚links-geführte‘ Regierung. Das ist so, als wäre in Deutschland Gregor Gysi Bundeskanzler, während die Linkspartei 14 Prozent der Sitze im Bundestag hat. Würde man ihm unter solchen Umständen Vorwürfe machen, die Pläne der Linkspartei nicht umzusetzen?“

Aber uns geht es ja gar nicht ums „Bashing“ aus der vergleichsweise bequemen Ecke heraus, sondern darum zu lernen: zu untersuchen, wo diese Regierungen erfolgreich waren, wo nicht, welche Fehler sie begangen haben und was alle daraus für die Zukunft lernen können. Und unsere AutorInnen liefern dazu, wie wir finden, eine Menge spannendes Diskussionsmaterial.

ila 404

Inhalt:

4 Ende des linken Zyklus?
Lateinamerikas progressive Regierungen in der Defensive
von Gert Eisenbürger

9 Macri bringt’s auch nicht
Argentinien: Aus den Fehlern des Kirchnerismus lernen
von Alejandro Grimson

13 Der Absturz
Ein Versuch, die brasilianische Krise zu verstehen
von Thomas Fatheuer

15 Selber schuld?
Sechs Hypothesen zum Impeachment, der PT und der progressiven Regierung
von Luis Barbosa dos Santos

17 Die real existierenden Linksregierungen
Eine Kritik
von Maristella Svampa

20 Gute Worte und viel Ungewissheit
Wahlen in Ecuador: Lenín Moreno wird Correas Nachfolger
von Ximena Montaño

23 Straflosigkeit heißt Schweigen
Uruguay: Nach wie vor schleppende Aufklärung der Verbrechen der Militärdiktatur
von Wolfgang Eckner

25 Emanzipation durch Abhängigkeit?
Recht erfolgreich, aber auch traditionell: Die Wirtschaftspolitik der Frente Amplio in Uruguay
von Wolfgang Eckner

27 Von Evo zu Eva?
Bolivien: Der Anfang vom Ende des linken Zyklus begann bereits unter Evo Morales
von Pit Weise

30 Venezuela: Ist die Krise Resultat einer sozialistischen Revolution…
… oder nicht vielmehr Ausdruck kapitalistischer Verhältnisse?
von Manuel Sutherland

34 Acht Jahre FMLN-Regierung in El Salvador
Geht dem Langstreckenläufer die Luft aus?
von Ulf Baumgärtner

37 Die unerfüllte Hoffnung auf soziale Gerechtigkeit
Linke Bildungspolitik in Lateinamerika
von Stefan Peters

41 Das System Ortega
Nicaragua: Insel der Stabilität in unruhiger Umgebung?
von Klaus Heß

43 In welcher Hinsicht links?
Feministische Positionen sind unbequem für die linken Regierungen
von Lilian Celiberti

45 Nenn es bitte nicht Sozialismus!
Rezension: „The Last Day of Oppression, and the First Day of the Same“ von Jeffery R. Webber
von Britt Weyde

47 Die offenen Wege Lateinamerikas
Neuer Sammelband zu Linksregierungen: Bilanz und Ausblick
von Alix Arnold
Berichte & Hintergründe

49 Eine erstaunliche Initiative
Die Welttreffen der sozialen Bewegungen
von Julia Lis und Michael Ramminger

51 Kolonie mit Verfassungsfassade
Verfassungsrechtler Marco A. Guedes kritisiert die brasilianische Justiz
von Andreas Nöthen

53 Der Stein in Mexikos Schuh
Der emblematische Mordfall Fall Jyri und Bety und die Modernisierung des Freihandelsabkommens mit Mexiko
von Gaby Küppers

54 Erfahrungen der Tupamaros und die kommenden Aufstände
Ein (selbst)-kritischer Rückblick von Jorge Zabalza
von Alix Arnold
Kulturszene

57 Marx war niemals dogmatisch
Interview mit dem haitianischen Regisseur Raoul Peck über seinen Film „Der junge Karl Marx“
von Patrick Eser

60 Die Menschen hinter der Ikone
Der Film „Der junge Karl Marx“
von Patrick Eser

62 Autor und Revolutionär
Vor 40 Jahre wurde Rodolfo Walsh in Argentinien ermordet
von Sandra Schmidt

65 Integration bedeutet Bereitschaft zur Flexibilität
Gespräch in Hamburg über multikulturelle Fassaden, Kunst und respektvolles Miteinander
von Mauricio Isaza-Camacho
Solidaritätsbewegung

67 Notizen aus der Bewegung, Impressum

Titel: Masken von Lula, Hugo Chávez, Rafael Correa, Evo Morales

Die ila bestellen, abonnieren: www.ila-web.de

La Raíz in Berlin – Kartenverlosung


Wir verlosen 5×2 Karten für das La Raíz Konzert in Berlin!
Beantwortet die ziemlich einfache Frage: Auf welchem Label veröffentlichen La Raíz ihre Alben? Antworten bitte bis zum 18.04. an luchaamada@riseup.net – die glücklichen Gewinner_innen werden am 19.04. benachrichtigt..

21.04. Lido: La Raíz (Ska.Reggae.Rock aus Valencia) & Sexto Sol & DJ Warm Up Lucha Amada

La Raíz werden nach ihrem fulminanten Konzert bei unserer Lucha Amada Geburtstagsfiesta ihr erst zweites Konzert in der BRD spielen und ihr aktuelles Album „Entre poetas y presos“ mitbringen. Die 11köpfige Band aus Gandia (Valencia) ist die momentan angesagteste Band im Independent-Bereich. Kein grosses Festival in Spanien findet ohne sie statt, ihre 6 Album-Release Konzerte in Madrid, Barcelona und Valencia waren bereits Wochen vorher ausverkauft (insgesamt 10.000 Karten!). Zuletzt waren La Raíz in Chile und Argentinien auf Tour.

Die Musik von La Raíz ist geprägt von ihren 4 (!) Sängern und alleine dadurch sehr abwechslungsreich, ihr Sound ist mindestens so abwechslungsreich wie unverkennbar – Ska, Reggae, Rock, Fusion (vor allem lateinamerikanische Einflüsse) und Rap verschmelzen zu einem powervollen und tanzbaren Soundgewand, der mal etwas mehr nach Fiesta schmeckt, im anderen Moment (mit den 2 Gitarren) straight nach vorne geht, um im nächsten Moment eher melancholisch rüberzukommen. Poetische und politische Texte über die Ungerechtigkeiten der herrschenden Verhältnisse, lokal oder global, spiegeln die Energie in ihrer Musik. Poesie und Wut sind neben „Fiesta“ die passendsten Charakterbeschreibungen von La Raíz. In einem Review tauchte als Bezugsrahmen der (musikalische) Vergleich zu La Vela Puerca auf. Gefühlt passt es, klingen sie jedoch ganz anders – die Scratches, die Bläser, die Rhytmuswechsel in den Songs und vor allem der Reggae und der Rapgesang deuten in eine andere Richtung. Vergleiche zu Hechos Contra el Decoro, aufgrund der politisch-poetischen Texte sowie des mehrstimmigen Gesangs und der musikalischen Diversität, passen hier noch mehr.

In Spanien spielen sie auf allen grossen Festivals, mit ihrem 6. Album (erschienen auf dem Qualitätslabel Propaganda Pel Fet) kommen sie nun endlich wieder nach Berlin, bevor sie im Herbst in Madrid eine Live-DVD aufnehmen werden.

Likwidator in Spanien 1937

likwidator
Neu erschienen bei Bahoe Books ist die Graphic Novel Likwidator in Spanien 1937.
Likwidator reist mittels eines magischen Cocktails ins Spanien des Jahres 1937. Er unterstützt die Anarchisten und kämpft mit Wein, Gesang und erstaunlicher Durchschlagskraft gegen Francos Soldaten, bösartige Pfaffen und die Legion Condor. Schnell, gerecht und gnadenlos. Aber die Reaktion hat noch eine brennende Geheimwaffe aufzubieten…
Von: Ryszard Dabrowski
Aus dem Polnischen von Gosia Foremna
20 × 27 | Broschur
64 Seiten | € 10,00
ISBN 978-3-903022-55-3
Neuerscheinung – März 2017